Datenlücke beim Unterhalt
Millionen von Alleinerziehenden sind finanziell auf den Staat angewiesen. Wenn der unterhaltspflichtige Elternteil nicht zahlt, springt das Jugendamt ein und leistet Unterhaltsvorschuss. Ein wichtiges Netz, das viele Familien stützt. Doch ein entscheidender Punkt bleibt im Dunkeln: Wie viele derjenigen, die keinen Unterhalt leisten, sind theoretisch in der Lage dazu?
Für die Jahre 2024 und 2025 liegen dem Bundesfamilienministerium schlicht keine Zahlen vor. Das bedeutet, dass der Staat miljardenschwer einspringt, ohne genau zu wissen, ob und wie gut das Geld von den eigentlichen Verursachern zurückgeholt werden könnte.
Kritik von den Grünen
Die Grünen-Bundestagsfraktion übt deutliche Kritik. „Der Staat zahlt jährlich Milliarden an Unterhaltsvorschuss, weil sich unterhaltspflichtige Elternteile ihrer Verantwortung entziehen. Das ist grundsätzlich richtig. Falsch ist jedoch, dass dieses Geld nur selten konsequent zurückgeholt wird“, sagte Misbah Khan, stellvertretende Vorsitzende der Grünen, der „Rheinischen Post“. Hier scheint Potenzial für eine effizientere Mittelverwendung zu liegen.
Auch der Verband alleinerziehender Mütter und Väter (VAMV) zeigt sich unzufrieden mit der Auskunftslage. Bundesvorsitzende Daniela Jaspers betont die Notwendigkeit einer Erhöhung des Unterhaltsvorschusses, wie sie im Koalitionsvertrag vereinbart wurde. Verlässliche Finanzierung und effektive Rückholungen müssten Hand in Hand gehen, um Alleinerziehende nachhaltig zu entlasten.


