Keine Verbote, sondern neue Risiken
Der Chaos Computer Club (CCC) hat sich in der Debatte um ein mögliches Verbot von Sozialen Netzwerken für Minderjährige deutlich gegen solche Maßnahmen ausgesprochen. Die Expertin für europäische Digitalpolitik, Elina Eickstädt, erklärte gegenüber dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“, dass ein generelles Verbot Jugendliche von wichtigen Räumen ausschließe, in denen sie sich politisch bilden und engagieren könnten. Ein solches Verbot schaffe zudem ein „falsches Sicherheitsgefühl“, während die eigentlichen Probleme wie toxische Geschäftsmodelle der Plattformbetreiber unberührt blieben.
Zentralisierung als Achillesferse
Besondere Bedenken äußert der CCC hinsichtlich der geplanten Einführung zentralisierter Altersverifikationssysteme wie der EUDI-Wallet. Eickstädt kritisiert, dass die Notwendigkeit einer zentralen Stelle zur Freigabe einer Person für die Internetnutzung der dezentralen Idee des Internets widerspreche. Dies erleichtere es autoritären Regimen, das Internet abzuschalten – ein Mechanismus, der bereits in der Vergangenheit zur Anwendung kam. „Die EUDI-Wallet ist kein Allheilmittel, das alle Probleme löst“, betonte Eickstädt.
SPD prüft digitale Identität
Die Sozialdemokraten hatten kürzlich in einem Impulspapier die EUDI-Wallet als mögliches Altersverifikationssystem für Soziale Netzwerke vorgeschlagen. Das System, das offizielle Dokumente wie Personalausweis oder Führerschein digital speichern soll, wird von der Europäischen Union initiiert und soll ab 2027 schrittweise in den Mitgliedstaaten umgesetzt werden.


