Kliniken sehen Chance in der Rückkehr der Zivis
Knapp 90 Prozent der Krankenhäuser signalisieren dem Deutschen Krankenhaus Institut (DKI) zufolge eine hohe Bereitschaft, Zivildienstleistende zu beschäftigen, sollten diese wieder eingeführt werden. Konkret schätzen die Experten, dass bundesweit rund 13.400 Zivildienststellen an etwa 1.260 Kliniken geschaffen werden könnten.
Pflege stark im Fokus
Die Hauptaufgabengebiete wären die unverzichtbare Unterstützung der Pflege, aber auch Dienstleistungen wie Patientenbegleitung oder Hol- und Bringdienste. Vereinzelt zeigen sich Häuser auch offen für Einsätze im technischen oder hauswirtschaftlichen Bereich.
Erfahrungen sprechen für Zivildienst
Henriette Neumeyer von der Deutschen Krankenhaus-Gesellschaft betont die positiven Effekte: „Der Zivildienst bietet die Chance, jungen Menschen frühzeitig und praxisnah Einblicke in die vielfältigen Tätigkeiten im Krankenhaus zu ermöglichen.“ Sie verweist auf die Vergangenheit, in der sich der Zivildienst oft als Sprungbrett für Ausbildungen im pflegerischen und medizinischen Sektor erwiesen hat.
Finanzierung bleibt Knackpunkt
Ein entscheidendes Problem wird jedoch die Bezahlung sein. Während die Krankenhäuser die Finanzierung ähnlich dem Bundesfreiwilligendienst mittragen könnten, ist ein hoher Eigenanteil an der geplanten Vergütung von rund 2.600 Euro pro Monat für Wehrdienstleistende eine wirtschaftliche Überforderung. „Eine solche finanzielle Belastung wäre für die Kliniken wirtschaftlich nicht tragbar“, so Neumeyer.


