Druck auf die Bundesregierung
Die Union macht Druck: In diesem Jahr müsse endlich eine große Rentenreform auf den Weg gebracht werden. Dies sei politischer Konsens, so Pascal Reddig, Mitglied der Rentenreformkommission. Die frühzeitige Einsetzung der Kommission sei daher ein positives Signal.
Reddig, der im Bundestag gegen das aktuelle Rentenpaket der Bundesregierung gestimmt hatte, betonte gegenüber der „Rheinischen Post“, dass die Stärkung der betrieblichen und privaten Altersvorsorge im Fokus stehen werde. „Selbstverständlich wird es insbesondere auch darum gehen, die betriebliche und private Altersvorsorge deutlich zu stärken“, so Reddig.
Generationenübergreifende Herausforderung
Der Chef der Jungen Union, Johannes Winkel, sieht die Notwendigkeit einer Reform noch dringlicher. „Eine große Rentenreform ist nicht nur realistisch, sondern dringend geboten“, sagte Winkel. Die demografische Entwicklung stelle die Umlagesystematik vor große Herausforderungen: „In den 2030er-Jahren erleben wir, dass die Boomer-Jahrgänge komplett aus dem Arbeitsmarkt gehen. Das stellt die Umlagefinanzierung der Rente vor unlösbare Aufgaben. Wir brauchen den Mut zu echten Reformen.“
Winkel befürwortet zudem eine stärkere Gewinnbeteiligung von Arbeitnehmern an Unternehmenserfolgen. „Warum beteiligen wir die Arbeitnehmer in Deutschland nicht an den Gewinnen der Unternehmen? Es ist absurd, dass wir dies Investoren überlassen“, so Winkel.
Schnelle Ergebnisse gefordert
Auch Marc Biadacz, sozialpolitischer Sprecher der Unionsfraktion, drängt auf Schnelligkeit. „Die Rentenkommission wird bis zum Sommer konkrete Vorschläge für eine Rentenreform II erarbeiten, die wir dann zügig in der zweiten Jahreshälfte auf den Weg bringen werden.“
Ziel sei ein Rentensystem, das stabil, finanzierbar und gerecht für alle Generationen bleibe. Die Rolle der betrieblichen und privaten Vorsorge werde dabei eine zentrale Rolle spielen müssen.


