Kampf um technologische Zukunft
Die Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) hat ihr Jahresgutachten mit deutlichen Warnungen an Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) übergeben. Angesichts des globalen Wettlaufs um künstliche Intelligenz dürfe Deutschland nicht aufgeben, sondern müsse massiv investieren.
Laut EFI-Chefin Irene Bertschek liegen die USA und China uneinholbar vorne. „Wir müssen investieren in den Ausbau von Rechenkapazitäten, in eine bessere Datennutzung, in die Forschung zu neuen KI-Modellen und in die Stärkung des europäischen Binnenmarkts“, forderte Bertschek. Gerade in sicherheitsrelevanten Feldern sei erhöhte Anstrengung nötig.
Hochschultransfer unterbesetzt
Kritik übte die Kommission auch am Wissenstransfer von Hochschulen. „Viele neue und bahnbrechende Ideen entstehen aus der Forschung in Hochschulen, aber die Potenziale werden nicht ausgeschöpft. Der Transfer muss endlich gleichberechtigt neben Forschung und Lehre stehen“, so Bertschek.
Auch mittelständische Unternehmen benötigen Unterstützung. Hier bräuchten es vereinfachte Antragsverfahren für Innovationsförderung und eine erleichterte Einwanderung qualifizierter Fachkräfte, um Innovationshürden aus dem Weg zu räumen.
Private Gelder essenziell
Die EFI betont, dass der Staat nicht alle notwendigen Investitionen allein stemmen könne. Die Hightech Agenda müsse alle Akteure motivieren, um massive private Investitionen zu mobilisieren. Von dieser technologischen Entwicklung müssten zudem alle Teile der Gesellschaft profitieren.
Guido Bünstorf, Mitglied der EFI und Professor an der Universität Kassel, hob die Bedeutung forschungsstarker Universitäten hervor. „Viele Transfereinrichtungen sind nicht ausreichend ausgestattet“, erklärte er und bemängelte die mangelnde Finanzierung aus Grundmitteln der Hochschulen, die oft auf kurzfristigen Drittmittelprojekten beruhe.


