Parteifreunde mit Vorschusslorbeeren
Prominente Stimmen aus den Reihen der Grünen bringen Angela Merkel als mögliche Bundespräsidentin ins Gespräch. Die ehemalige Bundeskanzlerin, die Deutschland 16 Jahre lang geführt hat, wird von dieser Seite als prädestiniert für das höchste Staatsamt angesehen.
„Natürlich ist eine ehemalige Kanzlerin mit dieser weltpolitischen Erfahrung geeignet für das Amt des Staatsoberhaupts“, äußerte sich der frühere Bundesumweltminister Jürgen Trittin im Gespräch mit dem „Spiegel“. Gleichzeitig betonte er, dass Merkels erklärtes Desinteresse am Amt respektiert werden müsse.
Auch Renate Künast, ehemalige Bundeslandwirtschaftsministerin und langjährige Bundestagsabgeordnete, teilte diese Einschätzung. Sie sei „eindeutig qualifiziert“, so Künast über Merkel. Kriterien wie Berufs- und Lebenserfahrung, Ausstrahlung und ein starkes Bewusstsein für die Aufgaben seien für eine Bundespräsidentin essenziell – das reiche von der Überprüfung von Gesetzen bis zum aufmerksamen Zuhören, wo im Land der Schuh drücke.
Künast wünscht sich sogar eine aktive Rolle der Altkanzlerin bei der Suche nach einer geeigneten Kandidatin für das Amt. Gerade in schwierigen Zeiten sei Orientierung durch eine „überparteilich agierende und politisch erfahrene“ Person gefragt. Merkel traue sie zu, hier einen „professionellen Blick“ einzubringen und erfolgversprechende Überlegungen anzustellen.
Merkels Büro hatte Spekulationen über eine mögliche Kandidatur bereits als „abwegig“ bezeichnet. Auch die Grünen-Fraktionsspitze hatte Dementis ausgesprochen, dass Überlegungen zur Nominierung Merkels für die Wahl 2027 angestellt würden.
Bislang war Deutschland noch nie eine Bundespräsidentin. Die Amtszeit des aktuellen Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier endet im Frühjahr 2027. Die Debatte um potenzielle Nachfolgerinnen und Nachfolger wirft damit bereits jetzt Fragen auf.



