Hohe Zahlen besorgniserregend
Fast täglich müssen Bahnmitarbeiter verbale und tätliche Attacken ertragen. Laut einer Sprecherin der Deutschen Bahn ereignen sich diese Vorfälle vor allem bei Fahrkartenkontrollen, während der Durchsetzung des Hausrechts und bei Veranstaltungen wie Volksfesten oder Fußballspielen. Die Zahlen bewegen sich auf konstant hohem Niveau. Besonders betroffen ist das Zugpersonal im Regionalverkehr, auf das die Hälfte aller Angriffe entfällt. Auch Sicherheitspersonal, Reinigungskräfte und Bahnhofsmitarbeiter sind immer wieder Zielscheibe.
Bodycams als Deeskalationsmittel
Als Reaktion auf die Gewaltwelle rüstet die Bahn ihre Mitarbeiter vermehrt mit Bodycams aus. Die Körperkameras sollen zur Deeskalation beitragen und bereits die Anwesenheit kann abschreckend wirken. Die Erfahrungen mit den Kameras seien bislang positiv.
Forderungen nach härteren Strafen und mehr Personal
Die jüngste tödliche Attacke auf einen Zugbegleiter in Rheinland-Pfalz hat bundesweit Entsetzen ausgelöst. Der Chef der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), Martin Burkert, fordert nun Konsequenzen. Er verlangt, dass Angriffe auf Bahnmitarbeiter genauso hart bestraft werden wie auf Polizisten und Rettungskräfte. Burkert plädiert zudem für eine flächendeckende und verpflichtende Nutzung von Bodycams und eine bessere personelle Ausstattung in den Zügen. Allein sei ein Zugbegleiter oft überfordert, was die Sicherheit gefährde. Die Verantwortung für die Personalstärke sieht er vor allem bei den Ländern, da diese die Leistungen bestellen.
