IAB-Chef: Arbeitsmarkt bleibt angespannt
Der Arbeitsmarkt in Deutschland steht auch im kommenden Jahr vor erheblichen Herausforderungen. Bernd Fitzenberger, seines Zeichens Direktor am Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), blickt mit gemischten Gefühlen auf die Entwicklung. „Insgesamt rechnen wir am IAB im Laufe dieses Jahres mit einem leichten Rückgang der Arbeitslosigkeit, der aber nur moderat ausfallen dürfte“, sagte er der Mediengruppe Bayern.
Dennoch mahnt Fitzenberger zur Vorsicht. Die Zahl der Arbeitslosen sei nach wie vor auf einem vergleichsweise hohen Niveau. Ein besorgniserregender Trend ist laut Fitzenberger die historisch niedrige Zahl der Neuanstellungen und Einstellungsmöglichkeiten. Trotz dieser düsteren Prognose gibt es auch Lichtblicke.
„Nicht mehr schlechter werden“
Mit Blick auf das laufende Jahr äußerte sich Fitzenberger demnach aber auch optimistisch: „Wir sind mit den Problemen am Arbeitsmarkt, die sicherlich hoch sind, an einem Punkt, an dem es nicht mehr schlechter werden dürfte.“
Die Debatte um Arbeitszeitreduzierungen beleuchtet Fitzenberger kritisch. Deutschland habe ein Rekordniveau beim gesamten geleisteten Arbeitsvolumen und der Erwerbsbeteiligung. Allerdings sei die Zahl der tatsächlich gearbeiteten Stunden pro Kopf rückläufig. Dies sei eine direkte Folge der hohen Teilzeitquote. Werde versucht, Stellen mit reduzierter Arbeitszeit einzuschränken, bestehe die Gefahr, dass Beschäftigte dem Arbeitsmarkt komplett fernbleiben.
