Zahl der Widersprüche verdoppelt

NRW-Beamte witternrechtswidrige Besoldung

Foto: Euromünzen (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Immer mehr Beamte in Nordrhein-Westfalen zweifeln an der korrekten Auszahlung ihrer Bezüge. Die Zahl der eingelegten Besoldungswidersprüche hat sich im Jahr 2025 auf rund 102.000 mehr als verdoppelt. Hintergrund ist eine Neuregelung des Landes zur Berücksichtigung des Partnereinkommens.

Massiver Anstieg der Widersprüche

Rund 102.000 Besoldungswidersprüche sind laut Angaben des NRW-Finanzministeriums im Jahr 2025 in Nordrhein-Westfalen eingegangen. Das ist mehr als eine Verdopplung gegenüber dem Vorjahr. Gestartet mit knapp 50.000 Widersprüchen im Jahr 2022, stieg die Zahl 2024 auf rund 54.000 an, bevor die aktuelle Verdopplung auf über 100.000 erfolgte.

Neuregelung sorgt für Unmut

Das Land NRW hat seit 2024 seine Besoldungsberechnung geändert. Es geht nicht mehr pauschal davon aus, dass der Beamte Alleinverdiener ist. Stattdessen wird ein „fiktives Partnereinkommen“ von 538 Euro in die Berechnung einbezogen. Begründet wird dies mit einem „moderneren Familienbild“.

Beamte ohne tatsächliches Partnereinkommen müssen nun einen Ergänzungszuschlag beantragen. Diese Praxis sehen Experten kritisch und halten sie für rechtswidrig.

Klagen nach negativen Bescheiden

Bereits für das Jahr 2022 hatte das Land einige Widersprüche negativ beschieden. Dies führte zu einer Welle von Klagen. Bis Anfang Februar dieses Jahres gingen beim Finanzministerium 1.725 Klagen zur amtsangemessenen Alimentation für das Jahr 2022 ein.

Insgesamt sind in Nordrhein-Westfalen laut Statistischem Landesamt 282.000 Landesbeamte beschäftigt.