Bahn will Gehalt plus Einmalzahlung
Die Deutsche Bahn hat in den Tarifverhandlungen ein erstes Angebot vorgelegt. Kernstück ist ein Lohnaufschlag, der sich aus 3,8 Prozent für Gehaltssteigerungen und zusätzlich 2,2 Prozent für Strukturanpassungen zusammensetzen soll. Hinzu kommt eine Einmalzahlung von 400 Euro. Die geplante Laufzeit des Tarifvertrages beträgt 30 Monate.
DB-Personalvorstand Martin Seiler sprach von einem „guten und sehr weitreichenden Angebot“. Er betonte, dass damit „Kernforderungen“ der GDL aufgegriffen würden und dies ein „klares Signal“ für weitere Verhandlungen sei. Eine Einigung am Verhandlungstisch sei denkbar. Die lange Laufzeit solle Stabilität für einen „Neustart der Bahn“ bringen.
GDL sieht „relativierte“ Erhöhung
Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) blickt dem Angebot gemischt entgegen. GDL-Bundesvorsitzender Mario Reiß kritisierte die Kommunikation der Bahn, die eine Erhöhung von sechs Prozent nenne. Entscheidend sei die konkrete Ausgestaltung, insbesondere die vorgesehene Laufzeit von zweieinhalb Jahren.
„In dieser Betrachtung relativiert sich die Zahl deutlich“, sagte Reiß. „Wir sprechen hier nicht einmal von einem echten Inflationsausgleich und bewegen uns faktisch unterhalb dessen, was langfristig rentenwirksam spürbar wäre.“
Trotz der Kritik will die GDL das Angebot als Grundlage für weitere Gespräche nutzen. Nun gehe es darum, die Verhandlungstage intensiv zu nutzen und „an den inhaltlich entscheidenden Punkten nachzuschärfen“. Nur deutliche Nachbesserungen bei Laufzeit, Struktur und Wirkung könnten eine „tragfähige Basis für einen möglichen Abschluss“ schaffen.
Bis Ende Februar gilt in den Tarifverhandlungen noch die Friedenspflicht, Streiks sind bis dahin ausgeschlossen.
