Bevölkerung will Rente mit 63 behalten
Die Diskussion, ob die „Rente mit 63“ abgeschafft werden soll, bewegt die Gemüter, doch die öffentliche Meinung scheint klar: Die Mehrheit der Deutschen spricht sich gegen eine Beendigung dieser Möglichkeit aus. Nur 18 Prozent der Befragten halten es laut einer Forsa-Umfrage für RTL und ntv für richtig, die Option nach 45 Versicherungsjahren ohne Abschläge in Rente zu gehen, zu streichen. Ganze 78 Prozent sind dagegen.
Die Haltung der Bevölkerung hat sich seit der letzten Erhebung im Mai 2024 kaum verändert. Damals sprachen sich 81 Prozent gegen eine Abschaffung aus, 17 Prozent dafür. Sowohl in Ost- als auch in Westdeutschland überwiegt die Ablehnung mit jeweils 78 bis 79 Prozent deutlich.
Besonders unter Erwerbstätigen (82 Prozent) und Rentnern (72 Prozent) ist die Zustimmung zur Beibehaltung der Regelung groß. Selbst unter den Anhängern der großen Parteien ist die Ablehnung spürbar. Bei Wählern der Linken (85 Prozent) und der AfD (84 Prozent) ist die Ablehnung am deutlichsten. Doch auch bei Unionsanhängern lehnen 69 Prozent eine Abschaffung ab, nur 27 Prozent befürworten sie.
Zahnarztkosten: Klare Ablehnung der Selbstzahlung
Noch deutlicher zeigt sich die Skepsis der Bevölkerung bei einem anderen Vorschlag aus der Sozialpolitik: die vollständige Übernahme der Zahnarztkosten durch die Patienten statt durch die gesetzliche Krankenversicherung. Nur magere fünf Prozent der Bundesbürger finden diesen Vorschlag richtig, während beeindruckende 92 Prozent ihn ablehnen.
Die Ablehnung zieht sich durch alle Alters-, Einkommens- und Bundesländergruppen. In Westdeutschland lehnen 93 Prozent eine Selbstzahlung ab, in Ostdeutschland sind es 88 Prozent. Auch hier sprechen sich die Anhänger aller Parteien nahezu geschlossen gegen den Vorschlag aus. Bei den Anhängern der Linken lehnen 100 Prozent die Idee ab, bei der SPD sind es 98 Prozent und bei den Grünen 97 Prozent.
Die Umfrage wurde zwischen dem 6. und 9. Februar 2026 unter 1.009 Befragten durchgeführt.
