Herkunftsnachweis gestrichen

EU lockert Regeln: Grüner Stahl muss nicht mehr aus Europa stammen

EU lockert Regeln: Grüner Stahl muss nicht mehr aus Europa stammen
Foto: Stahlproduktion (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Brüssel will die Vorgaben für grünen Stahl bei öffentlichen Aufträgen aufweichen. Ein zentraler Punkt: Die Herkunft des klimaneutral produzierten Materials spielt künftig keine Rolle mehr. Diese Änderung könnte die europäische Industrie vor unerwartete Herausforderungen stellen und wirft Fragen nach dem Schutz heimischer Produzenten auf.

Stahlherkunft spielt keine Rolle mehr

Die Europäische Kommission plant eine Lockerung der Regeln für grünen Stahl, wenn dieser bei öffentlichen Aufträgen zum Einsatz kommt. Wie das ‚Handelsblatt‘ berichtet, geht dies aus aktuellen Kommissionsdokumenten hervor. Zwar bleibt die Verpflichtung bestehen, dass ein Teil des verwendeten Stahls klimaneutral hergestellt sein muss. Die bisherige Forderung, dass dieser Stahl zwingend in der EU produziert werden muss, wird jedoch gestrichen.

Stattdessen sollen künftig mindestens 25 Prozent des bei öffentlichen Ausschreibungen eingesetzten Stahls emissionsarm produziert sein. Ähnliche Vorgaben gelten auch für Aluminium und Zement, hier jedoch mit dem Zusatz „aus der EU“. Diese Unterscheidung bei den Stahlregelungen weicht deutlich von früheren Entwürfen ab, in denen die EU-Produktion ein entscheidendes Kriterium war.

EU-Hersteller profitieren bereits

Als Begründung für die Neuerung nennt die Kommission, dass europäische Stahlhersteller bereits von Handelsschutzmaßnahmen profitieren. Ursprünglich war die Vorstellung des „Industrial Accelerator Act“, der diese Änderungen beinhaltet, für die kommende Woche geplant. Es ist jedoch nicht auszuschließen, dass sich der Termin angesichts interner Differenzen nochmals verschiebt.