Keine neuen Termine mehr

Deutsche Botschaft im Iran: Visavergabe gestoppt

Foto: Deutsche Botschaft (Symbolbild), via dts Nachrichtenagentur

Die Deutsche Vertretung im Iran hat die Annahme von Visaanträgen kurzfristig eingestellt. Sowohl die Botschaft selbst als auch der externe Dienstleister TLS Contact sind betroffen. Das Auswärtige Amt begründet die Maßnahme mit einer eingeschränkten Arbeitsfähigkeit und der angespannten Menschenrechtslage im Land. Bereits eingereichte Anträge sollen aber noch bearbeitet werden.

Visa-Stopp in Teheran

Die Visastelle der Deutschen Botschaft in Teheran ist vorübergehend geschlossen. Das bestätigte das Auswärtige Amt den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Auch der externe Dienstleister, TLS Contact, der die Botschaft im Visumverfahren unterstützt, hat sein Büro ebenfalls vorübergehend geschlossen.

Wer bereits einen Antrag gestellt hat, muss sich gedulden. „Bereits gestellte Visumanträge werden soweit möglich bearbeitet“, heißt es aus dem Ministerium. Auch abgesagte Termine sollen nachgeholt werden. Neue Anträge können jedoch nicht mehr angenommen werden; neue Termine werden derzeit nicht vergeben.

Druck auf Botschaftspersonal

Das Auswärtige Amt begründet die Einschränkungen mit einer „erheblich eingeschränkten Arbeitsfähigkeit der Deutschen Botschaft in Teheran“ seit Juni 2025. Die iranische Regierung übe Druck aus, und die aktuellen Entwicklungen im Land hätten zu einer weiteren Reduzierung des Personals geführt. Die Kommunikationsmöglichkeiten seien „massiv beschränkt“.

Die Zahl der ausgegebenen Visa ist stark gesunken. Im laufenden Jahr wurden bisher nur 1300 Visa erteilt. Im gesamten Vorjahr waren es noch 23.400. Im Jahr 2024 hatte die Botschaft in Teheran sogar 46.600 Visa vergeben.

Laut Auswärtigem Amt ist die Menschenrechtssituation in Iran „desolat“. Dies zeige sich auch in der „brutalen Reaktion des Sicherheitsapparats“ während der Proteste im Januar. Regimegegner würden „systematisch verfolgt, verhaftet und mit hohen Haftstrafen bis hin zur Todesstrafe belegt“.