Keine Zensur auf der Berlinale
Tricia Tuttle, die Intendantin der Berlinale, hat sich deutlich von den Verständnis von Meinungsfreiheit geäußert, das unter anderem US-Vizepräsident JD Vance und Unternehmer Elon Musk vertreten. „Ich sage, dass der freie Austausch essenziell ist und wir die Meinungsfreiheit verteidigen müssen“, sagte Tuttle der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.
Für Tuttle gibt es klare Grenzen: Diese seien nur erreicht, wo es hasserfüllt werde und Menschen diskriminiert würden. „JD Vance oder Elon Musk sehen diese Grenzen offensichtlich nicht.“
Eigenverantwortung des Festivals
Vor dem Hintergrund israelkritischer Stellungnahmen auf vergangenen Berlinale-Jahrgängen betonte Tuttle die Eigenverantwortung des Festivals. „Am Ende liegt es an uns selbst, also an der Berlinale, welche Gesprächskultur wir etablieren, damit es respektvoll zugeht.“ Sie stellte klar, dass es keine Zensur durch die Politik gebe. „Ich habe viele Politiker kennengelernt. Alle haben ihre eigenen Ansichten, aber kein einziger will die Grenze überschreiten, uns zu zensieren.“
Lob für neuen Kulturstaatsminister
Positiv äußerte sich die Festivalleiterin über den neuen Kulturstaatsminister Wolfram Weimer, der das Amt von Claudia Roth übernommen hat. „Er überrascht mich vielleicht noch ein bisschen mehr als sie – weil er bislang wenig Bezug zur Kultur und zum Film hatte“, sagte Tuttle. Beide seien jedoch „sehr unterstützend“. Weimer scheine wahrzunehmen, wie die Festivalleitung versuche, die Berlinale „aufzufrischen, sie weiterzuentwickeln und für die Zukunft aufzustellen“.




