Digitale Teilhabe gefährdet

CCC gegen Social-Media-Verbot für Minderjährige

Foto: Junge Menschen mit Smartphones (Archivbild), via dts Nachrichtenagentur

Der Chaos Computer Club (CCC) spricht sich entschieden gegen ein generelles Verbot von sozialen Medien für Minderjährige aus. Eine Sprecherin des CCC warnt vor den Folgen für die politische Meinungsbildung von Jugendlichen und sieht in derlei Verboten eine Scheinlösung, die von den wahren Problemen der Plattformen ablenkt.

Kritik an Altersgrenzen

Eine frühe Altersgrenze schließt junge Menschen aus wichtigen Diskussionsräumen aus, in denen sie sich politisieren und Einfluss nehmen können. Dies sei ein fundamentaler Nachteil.

Falsches Sicherheitsgefühl

Das Gefühl, durch ein Verbot für Sicherheit zu sorgen, sei trügerisch. Die eigentlichen Probleme lägen in den toxischen Geschäftsmodellen der großen Online-Plattformen, die durch Verbote unangetastet blieben.

CDU fordert Walllet-Nutzung

Eine zentrale Kritik richtet sich gegen die Zentralisierung von Identitäten durch Systeme wie das vieldiskutierte EUDI-Wallet. Die Idee, dass eine zentrale Stelle die Freigabe von Personen steuern müsse, widerspricht der dezentralen Natur des Internets und erinnere an staatliche Kontrollmechanismen.

Internet-Shutdowns

Die Zentralisierung sei auch ein Einfallstor für Internet-Shutdowns. Je zentralisierter ein System, desto leichter sei es für autoritäre Regime, den Zugang zum Netz zu sperren. Das EUDI-Wallet sei keine Universallösung.

SPD will Wallet für Soziale Medien

Die SPD hatte zuletzt vorgeschlagen, das EUDI-Wallet zur Altersverifikation für Soziale Netzwerke zu nutzen. Dieses digitale Identifikationssystem, das offizielle Dokumente speichern kann, ist eine EU-Initiative und soll ab 2027 umgesetzt werden.