Trotz niedriger Speicher: Versorgung stabil

Bundesnetzagentur beruhigt: Keine Gasmangellage in Deutschland

Bundesnetzagentur beruhigt: Keine Gasmangellage in Deutschland
Foto: Gasspeicher (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Geringe Füllstände in den Gasspeichern beunruhigen viele Bürger. Doch die Bundesnetzagentur gibt Entwarnung. Präsident Klaus Müller betont im Gespräch mit POLITICO, dass die Versorgungssicherheit gewährleistet sei. Händler und Stadtwerke haben laut Müller zahlreiche Optionen, Gas zu importieren.

Entwarnung vom Netzagentur-Chef

Die Sorge vor einem Gasmangel in Deutschland ist nach Einschätzung von Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur, unbegründet. „Es gibt keine Gasmangellage, weil die Versorgung mit Gas in Deutschland und Europa stabil ist“, sagte Müller. Auch wenn die Gasspeicher historisch niedrig gefüllt seien, bestünden für Händler und Stadtwerke vielfältige Möglichkeiten, Gas nach Deutschland zu bekommen.

Lieferanten und eigene Terminals Müller nannte Norwegen, die Niederlande und Belgien als wichtige Bezugsquellen. Darüber hinaus verwies er auf „nicht ausgelastete eigene Flüssiggasterminals an Nord- und Ostsee“, die zur Versorgung beitragen könnten. Diese Kapazitäten böten eine zusätzliche Sicherheit.

Blick in die Zukunft – und die Preise Der Netzagentur-Chef rechnet damit, dass Deutschland mit sehr geringen Speicherständen aus dem Winter gehen wird. Eine gewisse Preissteigerung bei Gas für Händler und Energieversorger sei im Februar und März wahrscheinlich. Für private Haushalte, die oft längerfristige Verträge mit einem festen Preis abgeschlossen haben, spiele dies aber keine direkte Rolle. Laut Müller sind sogar frühere sinkende Preise an der Gasbörse für die Zeit ab Herbst/Winter 2026 zu erwarten.

Die nächste Herausforderung 2026/27 Der Winter 2026/27 stellt für Müller und seine Behörde jedoch die „nächste Herausforderung“ dar. Dann seien die privaten Händler am Zug, ausreichend neues Gas zu beschaffen. „Was wir uns angucken müssen, sind zwei Dinge“, erklärte Müller. „Erstens, sind die Marktsignale so, dass genug Gas eingespeichert wird. Und zweitens: Sind wir genug auf exogene Schocks vorbereitet.“ Derzeit werde über eine strategische Gasreserve diskutiert, um auf unvorhergesehene Ereignisse reagieren zu können. Als „größtes Risiko“ für die Gasversorgung nannte Müller abschließend „alles, was mit Terror zu tun hat“, da dies die Lieferketten empfindlich stören könnte.