Technischer Fehler, kein Anschlag

Blackout im Schwarzwald-Baar-Kreis: Eine Stunde Ausnahmezustand – Ursache steht fest

Hochspannungsleitungen unter einem bewölkten Himmel.
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Plötzlich war es dunkel. Ampeln fielen aus, Aufzüge blieben stehen, Telefone liefen heiß. Am Sonntagmittag (22. Februar 2026) hat ein großflächiger Stromausfall den gesamten Schwarzwald-Baar-Kreis lahmgelegt. Betroffen waren unter anderem Villingen, Bad Dürrheim, Triberg, St. Georgen, Königsfeld, Brigachtal, Dauchingen, Unterkirnach, Schonach und Furtwangen. Jetzt steht fest: Ein technischer Defekt in einem Umspannwerk war die Ursache.

Nach Angaben des Energieversorgers Netze BW begann der Ausfall um 13.25 Uhr und dauerte bis 14.17 Uhr – für ein Stromereignis dieser Art ungewöhnlich lange. Auslöser war offenbar ein Anlagenfehler im Umspannwerk Villingen. In der Folge waren sieben weitere Umspannwerke in der Region betroffen.

Feuerwehr und Polizei im Dauereinsatz

Die Behörden reagierten schnell. Über die Warn-App NINA wurde um 14.12 Uhr eine offizielle Gefahrenmeldung herausgegeben. Die Feuerwehr besetzte ihre Gerätehäuser im Kreisgebiet vorübergehend als Notrufannahmestellen. Gleichzeitig appellierten Polizei und Feuerwehr eindringlich, die Notrufnummern 110 und 112 nur bei akuter Gefahr zu wählen.

Nach Angaben der Polizei gingen hunderte Notrufe ein. Menschen steckten in Aufzügen und Tiefgaragen fest. Wegen ausgefallener Ampeln kam es zu mehreren Unfällen. Die Feuerwehr rückte zu zahlreichen Einsätzen aus, um Personen zu befreien und Gefahrenstellen abzusichern.

Ursache: Defekt im Umspannwerk

Der technische Fehler im Umspannwerk Villingen führte dazu, dass die Stromversorgung großflächig unterbrochen wurde. Die genaue Analyse des Defekts läuft noch. Von menschlichem Versagen geht man derzeit nicht aus. Das Lagezentrum des baden-württembergischen Innenministeriums stellte früh klar: Es gebe keinerlei Hinweise auf einen Anschlag.

Besonders betroffen waren laut Berichten Kunden der regionalen Versorger, während in einzelnen Stadtteilen – etwa in Schwenningen – die Versorgung stabil blieb.

Weitere Stromstörungen im Land

Parallel kam es auch andernorts in Baden-Württemberg zu Stromausfällen. In Aichhalden (Landkreis Rottweil) war seit der Nacht zum Sonntag die Versorgung unterbrochen. Dort mussten Fachkräfte eine beschädigte Stelle freilegen, ehe die Störung am Nachmittag behoben werden konnte. In Tübingen führte ein Brand in einem Transformatorenhaus zu Ausfällen in mehreren Stadtteilen.

Lage inzwischen stabil

Am späten Nachmittag wurde die Warnung offiziell aufgehoben. Die Stromversorgung im Schwarzwald-Baar-Kreis ist wiederhergestellt. Wie viele Haushalte konkret betroffen waren, ist bislang nicht bekannt.

Der Vorfall zeigt jedoch, wie abhängig der Alltag von einer stabilen Energieversorgung ist – und wie schnell eine technische Störung zu einer regionalen Ausnahmesituation werden kann.

Hinweis: Bei Stromausfällen sollten Notrufnummern ausschließlich in echten Notfällen gewählt werden. Informationen werden in solchen Fällen in der Regel über Warn-Apps wie NINA oder über lokale Behörden bekannt gegeben.