Luftverkehrsteuer im Fokus

Berlin: CDU-Politiker fordert Senkung der Luftverkehrsteuer für Inlandsflüge

Foto: Frau vor Informationstafel am Frankfurter Flughafen, via dts Nachrichtenagentur

Christoph Ploß, Koordinator der Bundesregierung für Maritime Wirtschaft und Tourismus, drängt auf eine schnellstmögliche Senkung der Luftverkehrsteuer, insbesondere für Inlandsflüge. Er unterstützt damit Forderungen der Flugbranche, um Wettbewerbsnachteile zu beseitigen und den innerdeutschen Flugverkehr zu stärken, der seit 2019 massiv eingebrochen ist.

Der Koordinator der Bundesregierung für Maritime Wirtschaft und Tourismus, Christoph Ploß (CDU), hat sich für eine rasche Senkung der Luftverkehrsteuer ausgesprochen. Insbesondere drängt er auf eine Entlastung bei Inlandsflügen, da diese von der Ampel-Koalition angehoben wurde.

„Die von der Ampel angehobene Luftverkehrsteuer muss so schnell wie möglich gesenkt werden – zum Beispiel in einem ersten Schritt bei Inlandsflügen“, erklärte Ploß gegenüber den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Darüber hinaus forderte der CDU-Politiker die Beseitigung weiterer Wettbewerbsnachteile für die deutsche Luftfahrtbranche. Mit seinem Vorstoß schließt sich Ploß einem Vorschlag der Flugbranche an, der vorsieht, die Steuer bei Hin- und Rückflügen innerhalb Deutschlands nur einmal zu erheben. Ziel ist es, den innerdeutschen Luftverkehr zu beleben.

Ploß‘ Initiative kann auch als Signal an Deutschlands größte Fluggesellschaft Lufthansa verstanden werden. Lufthansa hatte kürzlich angedroht, Flüge von deutschen Flughäfen zu streichen, sollten bestimmte Strecken unrentabel sein. Lufthansa-Airlines-Chef Jens Ritter hatte die Flughäfen Bremen, Dresden, Köln, Leipzig, Münster, Nürnberg und Stuttgart namentlich genannt. Diese Äußerungen wurden von Teilen der Branche als „Streichliste“ interpretiert. Die Lufthansa plant, Ende Oktober ihren Sommerflugplan vorzustellen und dabei möglicherweise Klarheit über die zukünftige Streckenführung zu schaffen.

Obwohl die Bundesregierung Entlastungen für die Branche in ihrem Koalitionsvertrag festgehalten hat, sind bislang keine konkreten Maßnahmen umgesetzt worden. Ploß sieht dringenden Handlungsbedarf: „Dass immer mehr innerdeutsche und internationale Flugverbindungen wegfallen, ist die Folge der in ganz Deutschland viel zu hohen Standortkosten“, so Ploß. Dies führe nicht nur dazu, dass der Urlaub unerschwinglicher werde, sondern auch regionale Wirtschafts- und Tourismusstandorte unter dem Wegfall der Verbindungen litten.

„Ob das Münsterland, Stuttgart oder Sachsen: Wenn Flüge von diesen Regionen und in diese Regionen gestrichen werden, wird der dortige Wirtschafts- und Tourismusstandort abgehängt. Deutschland braucht starke Fluggesellschaften, leistungsfähige Flughäfen und eine wettbewerbsfähige Luftfahrtindustrie“, betonte der Abgeordnete aus Hamburg.

Die Anzahl der Inlandsflüge in Deutschland ist in den letzten Jahren drastisch zurückgegangen. Laut dem Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) sank das Angebot seit 2019 um 84 Prozent. Während vor sechs Jahren noch 238.600 Inlandsflüge stattfanden, sollen es laut BDL-Zahlen in diesem Jahr nur noch 117.600 sein.

BDL-Hauptgeschäftsführer Joachim Lang sprach sich ebenfalls für die Rücknahme der erhöhten Luftverkehrsteuer aus. „Das würde es für Airlines auch wieder attraktiver machen, zusätzliche Flüge ab Deutschland in andere europäische Länder oder auf der Langstrecke anzubieten“, so Lang.

(Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt)