EU-Parlamentsvize will mehr als US-Ermittlungen

Barley fordert EU-weite Aufarbeitung von Epstein-Verbindungen

Barley fordert EU-weite Aufarbeitung von Epstein-Verbindungen
Foto: Katarina Barley (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

EU-Parlamentsvizepräsidentin Katarina Barley (SPD) fordert eine stärkere europäische Beteiligung an den Ermittlungen im Fall des US-Sexualstraftäters Jeffrey Epstein. Angesichts der „erheblichen internationalen Dimension“ des Skandals dürfe man sich nicht allein auf die USA verlassen. Ihre Forderung zielt auf grenzüberschreitende Kooperation und die Aufklärung möglicher Verbindungen nach Europa, insbesondere im Hinblick auf den Verdacht ausländischer Einflussnahme.

Europäische Ermittlungen gefordert

Katarina Barley, Vizepräsidentin des EU-Parlaments, hat sich im Zuge des Skandals um den US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein für europäische Ermittlungen ausgesprochen. In einem Interview mit dem „Handelsblatt“ betonte Barley, dass sich Europa nicht ausschließlich auf die Untersuchungen der USA verlassen könne. Die Verantwortung für Ermittlungsverfahren liege zwar primär bei den einzelnen Mitgliedstaaten, Barley hebt jedoch die Bedeutung eines koordinierten und kooperativen Vorgehens auf europäischer Ebene hervor. Dies sei gerade bei Fällen mit grenzüberschreitendem Charakter unerlässlich.

Europol als Unterstützung

Die SPD-Politikerin sieht in Europol eine wichtige Institution, die nationale Ermittlungen wirksam unterstützen könne. Sie sprach von einer „erheblichen internationalen Dimension“ des Falls Epstein. Es sei von höchster Wichtigkeit, allen Hinweisen auf mögliche Verbindungen des Netzwerks nach Europa nachzugehen. Dies gelte umso mehr, als der Verdacht auf ausländische Einflussnahme bestehe. Mit einer koordinierten europäischen Aufarbeitung, so Barley, werde ein klares Signal gesendet: Die Union geht entschieden gegen Machtmissbrauch vor.