Miet- und Kapitaleinkommen: VdK und SoVD sehen Potenzial, mahnen aber Anhebung der Beitragsgrenzen an

Sozialverbände fordern Nachbesserung bei SPD-Krankenversicherungsidee

Sozialverbände fordern Nachbesserung bei SPD-Krankenversicherungsidee
Foto: Verena Bentele (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Die SPD will Teile von Mieteinnahmen und Kapitalerträgen zur Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung heranziehen. Diese Idee stößt bei führenden Sozialverbänden auf Zustimmung. Insbesondere der VdK und der SoVD sehen darin eine langjährige Forderung umgesetzt, fordern aber gleichzeitig deutliche Anpassungen bei den Beitragsbemessungsgrenzen.

Gerechtere Finanzierung der Sozialsysteme gefordert

Der Sozialverband VdK begrüßt die Überlegungen der SPD, auch Mieteinnahmen und Kapitalerträge für die Finanzierung der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung einzubeziehen. VdK-Präsidentin Verena Bentele betonte gegenüber den Zeitungen der FunkeMediengruppe, dass es nicht länger hinnehmbar sei, wenn Menschen mit lukrativen Geschäften an der Börse oder lukrativen Vermietungen nichts zur Finanzierung des Sozialstaats beitragen müssten.

„Es ist überfällig, dass diese hohen Gewinne ihren fairen Beitrag leisten“, erklärte Bentele. Sie fügte hinzu, dass Kleinsparer durch „klug gestaltete, großzügige Freibeträge“ problemlos geschützt werden könnten.

SoVD fordert Anhebung der Beitragsgrenzen

Der Sozialverband Deutschland (SoVD) teilt die grundsätzliche Haltung des VdK. Vorstandsvorsitzende Michaela Engelmeier sieht in der Einbeziehung von Einkünften aus Vermietung und Kapital eine richtige Entwicklung. Allerdings sei es aus Sicht des SoVD unerlässlich, gleichzeitig die Beitragsbemessungsgrenze in der Krankenversicherung auf das deutlich höhere Niveau der gesetzlichen Rentenversicherung anzuheben.

Diese Anhebung würde laut Engelmeier die Leistungsfähigkeit der Krankenversicherung erheblich stärken und die Finanzierungsbasis verbreitern. Zudem würde die Beitragslast gerechter zwischen niedrigen, mittleren und hohen Einkommen verteilt werden.