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Ein Fest mit Geschichte: Die Anfänge im 19. Jahrhundert

Was hat ein Vulkanausbruch mit Deutschlands zweitgrößtem Volksfest zu tun? Die erstaunliche Geschichte des Cannstatter Volksfestes!

Foto: Thomas Niedermüller

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Das Cannstatter Volksfest, ursprünglich als „Landwirthschaftliches Fest zu Kannstadt“ im Jahr 1818 ins Leben gerufen, hat eine bemerkenswerte Geschichte. Die Initialzündung kam von weit her: Ein Vulkanausbruch auf der indonesischen Insel Sumbawa führte zu Klimaveränderungen und Ernteausfällen in Europa. König Wilhelm I. von Württemberg wollte die Landwirtschaft reformieren und gründete 1817 die „Centralstelle des landwirtschaftlichen Vereins“. Ein Jahr später, am 28. September 1818, fand das erste Cannstatter Volksfest statt, als Zeichen der Dankbarkeit und des Fortschritts.

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Was hat ein Vulkanausbruch mit Deutschlands zweitgrößtem Volksfest zu tun? Die erstaunliche Geschichte des Cannstatter Volksfestes! 1815 tambora explosion B
Die Eruption des Mount Tambora im Jahr 1815. Die roten Bereiche sind Karten mit der Dicke des vulkanischen Aschefalls.
Karte: The base map was taken from NASA picture Image:Indonesia_BMNG.png and the isopach maps were traced from Oppenheimer (2003).[1], CC BY-SA 3.0, commons.wikimedia.org

Der Cannstatter Wasen: Ein Ort mit Charakter

Der Austragungsort des ersten Cannstatter Volksfestes war der Cannstatter Wasen, eine idyllische Neckaraue. Damals noch ohne Bebauung, lag die königliche Villa Bellevue in Sichtweite. König Wilhelm I. eröffnete das Fest persönlich und legte damit den Grundstein für eine Tradition, die bis heute anhält.

Mehr als nur Vergnügen: Die landwirtschaftliche Dimension

Das Cannstatter Volksfest war von Anfang an mehr als nur ein Ort der Unterhaltung. Es sollte die Landwirtschaft fördern und die Bauern fortbilden. Diese Tradition lebt heute im Landwirtschaftlichen Hauptfest weiter, das alle vier Jahre parallel zum Volksfest stattfindet. Es ist die größte süddeutsche Fachausstellung für Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft.

Volksfestumzug: Eine Tradition seit 1841

Die Tradition der Umzüge beim Cannstatter Volksfest ist beeindruckend. Der erste dokumentierte Festzug fand 1841 statt und zog mehr als 10.000 Teilnehmer und über 100.000 Zuschauer an. Seit 1927 startet der offizielle Volksfestumzug am Cannstatter Kursaal und zieht jährlich eine riesige Menschenmenge an.

Die Fruchtsäule: Das Wahrzeichen des Festes

Die Fruchtsäule ist das unverkennbare Wahrzeichen des Cannstatter Volksfestes. Sie wurde von König Wilhelm I. gestiftet und ist 26 Meter hoch. Geschmückt mit Früchten, Getreide und Gemüse, steht sie als Symbol für die landwirtschaftlichen Wurzeln des Festes.

Ein Fest der Superlative: Von den Anfängen bis heute

Das Cannstatter Volksfest hat sich im Laufe der Zeit zu einem der größten Volksfeste der Welt entwickelt. Mit rund vier Millionen Besuchern jährlich ist es das größte Fest in Baden-Württemberg und das zweitgrößte Volksfest in Deutschland. Bereits im ersten Jahr zählte das Fest mehr als 30.000 Besucher, eine beeindruckende Zahl für die damalige Zeit.

Was hat ein Vulkanausbruch mit Deutschlands zweitgrößtem Volksfest zu tun? Die erstaunliche Geschichte des Cannstatter Volksfestes! Gruss vom Canstatter Volksfest 1900
„Gruss“, eingedruckt: „vom Canstatter-Volksfest“ (generische Jahrmarktszene), Ansichtskarte, gelaufen 1900; Motive u. a. Ballonverkäufer, Verkäufer von Ansichtskarten
Bild: Gemeinfrei

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Fazit: Ein Fest für die Ewigkeit

Das Cannstatter Volksfest ist ein Phänomen. Es hat Kriege, Krisen und Veränderungen überstanden und strahlt heute heller denn je. Es ist ein Fest, das Millionen begeistert und Traditionen lebendig hält. Ein Fest, das man erlebt haben muss. Und wer weiß, vielleicht wird es in 200 Jahren immer noch gefeiert, genauso lebendig und farbenfroh wie heute.

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