Angst vor Diktatur
Der US-Historiker und Politologe Robert Kagan äußert gravierende Sorgen um die Zukunft der amerikanischen Demokratie unter Donald Trump. Laut Kagan will Trump verhindern, dass das Repräsentantenhaus demokratisch wird. Er sieht den Ex-Präsidenten als „Möchtegern-Diktator“.
Wahlbetrug als Szenario
Kagan skizziert ein düsteres Szenario: Trump könnte die Einwanderungsbehörde ICE einsetzen, um kurz vor den Wahlen in demokratisch geführten Bundesstaaten mit angeblichen „Schlägertrupps“ für Chaos zu sorgen. Ziel sei es, Proteste zu provozieren, um das Aufstandsgesetz von 1807 anwenden zu können und Militär einzuschicken. So könne ein Vorwand für angeblichen Wahlbetrug geschaffen und die Wahlurnen kontrolliert werden.
Weltordnung im Wandel
Der Forscher an der Brookings Institution in Washington bezeichnet die USA bereits als „ziemlich weit“ auf dem Weg in die Diktatur. Er wirft der Trump-Regierung vor, die seit 80 Jahren stabile liberale Weltordnung zu zerstören und stattdessen eine von Russland, China und den USA dominierte multipolare Welt zu schaffen. Diese Entwicklung führe in die gefährlichste Epoche seit dem Zweiten Weltkrieg.
Europa als „misshandeltes Familienmitglied“
Mit Blick auf Europa warnt Kagan: Solange Trump an der Macht ist, seien die USA ein Feind. Er vergleicht die Haltung europäischer Politiker mit der Erleichterung eines „misshandelten Familienmitglieds“, das hofft, dem Aggressor zu entkommen. Europa solle versuchen, Trump nicht durch sein Ego zu manipulieren, da dies zum eigenen Untergang führe.
Deutschland als liberale Bastion
Deutschland sieht Kagan als „wichtigste Bastion des Liberalismus in der Welt“. Er hofft auf eine militärische Aufrüstung des Landes zur Verteidigung liberaler Werte, nicht aus nationalen Interessen. Trotz möglicher persönlicher Konsequenzen in den USA will Kagan dort bleiben.


