„Auf keinen Fall“ zulassen, dass das Repräsentantenhaus demokratisch wird
Der renommierte US-Historiker und Politologe Robert Kagan schlägt Alarm: Donald Trump sei entschlossen, die Integrität von Kongresswahlen zu untergraben, um eine demokratische Mehrheit im Repräsentantenhaus zu verhindern. Kagan, der in der Vergangenheit als Berater republikanischer Präsidentschaftskandidaten fungierte, zeichnet ein düsteres Szenario.
ICE als „eigene SA“
Trump werde, laut Kagans Einschätzung, Bundesbehörden wie die Einwanderungsbehörde ICE instrumentalieren. Sein Plan sei es, kurz vor der Wahl in Staaten wie Kalifornien massiv Präsenz zu zeigen, um Proteste zu provozieren. Dies solle als Vorwand dienen, um das Aufstandsrecht von 1807 anzuwenden, Militär einzusetzen und sich so die Wahlurnen zu sichern. Kagan vergleicht diese Taktik mit den Methoden der nationalsozialistischen Sturmabteilung (SA).
„USA stehen mit einem Bein in der Diktatur“
Kagan, der an der Brookings Institution in Washington forscht, bezeichnet Trump offen als einen „Möchtegern-Diktator“. Er ist überzeugt: „Die Vereinigten Staaten stehen bereits mit einem Bein in der Diktatur. Und zwar ziemlich weit drin.“ Die bisher stabile liberale Weltordnung werde durch die Trump-Regierung demontiert, was zu einer neuen, „gefährlichsten Epoche seit dem Zweiten Weltkrieg“ führe.
Warnung an Europa
Mit Blick auf Europa warnt Kagan, dass die USA unter Trump ein „Feind“ seien. Er kritisiert die Versuche europäischer Politiker, Trump durch sein Ego zu beeinflussen, und sieht darin einen gefährlichen Weg in „Unterwerfung durch räuberische Imperien“. Deutschland lobt er dabei als „wichtigste Bastion des Liberalismus“. Trotz möglicher persönlicher Risiken sieht er sich gezwungen, in den USA zu bleiben und die Entwicklungen kritisch zu verfolgen.

