Streit um Angehörigengesetz

Union fordert Reform des Abgeordnetengesetzes – AfD-Affäre als Auslöser

Union fordert Reform des Abgeordnetengesetzes – AfD-Affäre als Auslöser
Foto: Bundestagsabgeordnete (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Angesichts der Vorwürfe in der sogenannten AfD-Verwandtschaftsaffäre plant die Unionsfraktion im Bundestag eine Überprüfung des Abgeordnetengesetzes. CDU-Politiker Hendrik Hoppenstedt plädiert für eine Verschärfung, um Missbrauch zu verhindern. Die Grünen zeigen sich zurückhaltend.

Union will „Missbrauchssumpf austrocknen“

Die Unionsfraktion im Bundestag will die Regeln für Abgeordnete verschärfen. Anlass ist die anhaltende Aufregung um die Beschäftigung von Familienangehörigen durch AfD-Abgeordnete. Die Union will prüfen, ob das Abgeordnetengesetz reformiert werden muss, um „jeglichen weiteren Schaden vom Steuerzahler abzuwenden“.

„Wir werden prüfen, wie das Abgeordnetengesetz verschärft werden kann, um diesen Missbrauchssumpf trockenzulegen“, sagte Hendrik Hoppenstedt (CDU), Obmann im Geschäftsordnungsausschuss, dem Nachrichtenportal T-Online. Das Verhalten der AfD sei „schamlos und inakzeptabel“. Hoppenstedt betonte: „Der Politikbetrieb ist kein Selbstbedienungsladen.“

Zuvor hatte bereits SPD-Justiziar Johannes Fechner der Bereitschaft zugestimmt, eine Verschärfung des Gesetzes mit der Union zu besprechen.

Grüne sehen keinen dringenden Handlungsbedarf

Von den Grünen kommt jedoch Zurückhaltung. Die Parlamentarische Geschäftsführerin Irene Mihalic erklärte gegenüber T-Online, das Abgeordnetengesetz regele keine Beschäftigungen bei anderen Abgeordneten oder in den Fraktionen. Sie sehe deshalb angesichts bereits bestehender strenger Regelungen momentan keinen Änderungsbedarf, sei aber offen für Vorschläge.

Mihalic kritisierte explizit missbräuchliche Praktiken wie eine „Verabredung zur wechselseitigen Einstellung von Familienangehörigen“ oder eine „nur formale Beschäftigung von Familienangehörigen“ eines anderen Abgeordneten. Eine generelle Veröffentlichung aller Mitarbeiternamen lehnen die Grünen aus Sicherheitsgründen angesichts zunehmender rechtsextremer Angriffe ab.

Das Abgeordnetengesetz verbietet bereits, Familienangehörige im eigenen Büro einzustellen.