Jugendschutz im Fokus
Bundesdrogenbeauftragter Hendrik Streeck (CDU) hat die Pläne von Landwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) für ein Verbot von Menthol und ähnlichen Zusatzstoffen in E-Zigaretten begrüßt. „Das ist ein wichtiger und überfälliger Schritt für den Gesundheitsschutz, insbesondere für Kinder und Jugendliche“, sagte Streeck dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. Er kritisierte, dass nikotinhaltige Produkte mit süßen Aromen und bunten Designs wie Bonbons vermarktet würden. Dies sei keine Freiheit, sondern eine „Anfix-Strategie“.
Einheitlicher Geschmacksschutz gefordert
Streeck ging noch weiter und forderte, perspektivisch alle charakteristischen Geschmacksrichtungen in Nikotinprodukten aus dem Verkehr zu ziehen. Länder wie die Niederlande oder Dänemark zeigten hier beispielhaft, wie es gehen könne. Auch die Vermarktung von E-Zigaretten unter Namen, Designs und Geschmackswelten, die an Süßigkeiten oder Snacks erinnern, müsse ein Ende haben. Dies verharmlose sucht erzeugende Produkte und sei unvereinbar mit dem notwendigen Gesundheits- und Jugendschutz.
Mehr Kontrollen und Konsequenz
Darüber hinaus verlangt Streeck mehr Kontrollen und eine konsequente Durchsetzung des bestehenden Werbeverbots. „Parallel dazu brauchen wir eine deutlich bessere Kontrolle von illegalem Import und Vertrieb – im Einzelhandel wie online“, betonte er. Konsequentes Handeln der Gewerbeaufsicht sei unerlässlich, wenn verbotene Produkte an Jugendliche verkauft würden. „Regeln schützen nur dann, wenn sie auch vollzogen werden“, mahnte der CDU-Politiker und fügte hinzu, dass es beim Schutz von Kindern und Jugendlichen keine Grauzonen geben dürfe.
Kritik von Suchtforscher
Demgegenüber hält der renommierte Suchtforscher Heino Stöver von der Frankfurt University of Applied Sciences das geplante Vorgehen für einen Fehler. „Gerade für langjährige Raucher, die schon oft vergeblich einen Ausstieg versucht haben, kann die E-Zigarette ein probater Zwischenschritt sein, um endgültig von der Verbrennungszigarette loszukommen“, argumentierte er. Zwar sei auch die E-Zigarette ungesund, enthalte aber bis zu 95 Prozent weniger Schadstoffe als die herkömmliche Zigarette. Stöver kritisierte, dass zwischen dem Verbot von Zusatzstoffen in E-Zigaretten und den Gefahren des Weiterrauchens konventioneller Zigaretten keine Risikoabwägung für die Bevölkerungsgesundheit stattgefunden habe. Auch er forderte einen besseren Schutz von Kindern und Jugendlichen, namentlich ein Verbot von Einweg-Vapes und ein konsequentes Vorgehen gegen Influencer und Rapper, die auf sozialen Medien gezielt für Vapes werben.




