Deutschland bereitet sich vor

Merz rüstet sich für Trump-Konflikte

Merz rüstet sich für Trump-Konflikte
Foto: Friedrich Merz am 20.01.2024, via dts Nachrichtenagentur

Angesichts der wiederholten Drohungen und des Einsatzes wirtschaftlicher Stärke durch US-Präsident Donald Trump zur Erpressung von Verbündeten, bereitet sich die deutsche Bundesregierung unter Friedrich Merz offenbar strategisch vor. Eine geheime Liste soll Abhängigkeiten aufzeigen, um im Ernstfall gerüstet zu sein.

Abhängigkeiten kartiert

Die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet, dass die Beamten des Bundeskanzlers eine detaillierte Aufstellung der Bereiche erstellt haben, in denen die USA von Deutschland abhängig sind. Dies reicht von essenziellen Spezialmaschinen und Medizingeräten über Stahlprodukte und Baufahrzeuge bis hin zu kritischen Logistik- und Militärstandorten.

Logistik und Militär im Fokus

Besonders hervorgehoben werden der Flughafen Köln/Bonn als zentraler Knotenpunkt für US-Logistikriesen wie UPS, FedEx und Amazon in Europa. Auch der US-Luftwaffenstützpunkt Ramstein und das größte US-Militärkrankenhaus außerhalb der USA in Landstuhl sind auf der Liste vermerkt. Diese Informationen sollen als potenzielle Druckmittel im Falle erneuter Konflikte dienen.

Nichts ohne Risiko

Die Existenz der umfassenden Liste bedeutet laut SZ nicht zwangsläufig deren Einsatz. Sie soll bewusst unter Verschluss gehalten werden, um eine unnötige Provokation Trumps zu vermeiden. Dennoch soll sich Berlin damit, ähnlich wie Peking, an die Realitäten eines harten politischen Umgangs anpassen.

Stiftungsdirektor sieht Sinn

Stefan Mair, Direktor der Stiftung Wissenschaft und Politik, lobt die strategische Vorbereitung. „Trump ist jemand, der auf Druck reagiert“, so Mair zur SZ und sieht darin eine Markierung von roten Linien durch Merz. Er räumt jedoch ein, dass Deutschland in der Sicherheitspolitik noch Schwächen aufweist und kurzfristig nicht autark verteidigungsfähig ist.