Pflegeversicherung im Wandel?
Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) macht sich für eine grundlegende Pflegereform stark. Im Gespräch mit der „Rheinischen Post“ betonte Laumann, dass der aktuelle Zustand nicht haltbar sei.
Laut Laumann sollen die fünf bestehenden Pflegegrade zwar erhalten bleiben, ihre Kriterien und Ausrichtung sollen jedoch genau geprüft werden. Ziel sei es, etwaige Fehlanreize zu beseitigen und die Prävention zu stärken, um Pflegebedürftigkeit öfter zu verhindern.
Eigenanteile im Fokus
Eine von der SPD geforderte Deckelung der Zuzahlungen im Pflegeheim lehnt Laumann entschieden ab. Die soziale Pflegeversicherung sei primär für tatsächliche Pflegekosten gedacht, nicht für Unterkunft und Verpflegung, die auch weiterhin von den Betroffenen selbst zu tragen seien. Laumann argumentiert, dass eine solche Deckelung auch Besserverdienende entlasten und Geringverdiener durch höhere Beiträge oder Steuern belasten würde – eine fragwürdige soziale Komponente, so der Minister.
Zur Unterstützung seiner Haltung verweist Laumann auf die finanzielle Situation vieler Heimbewohner. Zwei Drittel der in Heimen lebenden Menschen erhielten keine finanzielle Unterstützung von den Kommunen. Dies deute darauf hin, dass die Mehrheit aus eigenen Mitteln ihre Kosten decken könne.



