SoVD fordert mehr statt weniger
Die jüngsten Zahlen des Statistischen Bundesamtes sind ein Weckruf: Fast 13,3 Millionen Menschen in Deutschland leben inzwischen unter der Armutsgrenze. Angesichts dieser besorgniserregenden Entwicklung schlägt der Sozialverband Deutschland (SoVD) Alarm. „Die Zahlen sind ein deutliches Signal, dass der Sozialstaat gestärkt werden muss“, betont die SoVD-Vorstandsvorsitzende Michaela Engelmeier gegenüber der „Rheinischen Post“.
Reichtum wächst, Armut auch
Während die Vermögenserbschaften bei einer kleinen Elite weiter steigen, geraten immer mehr Bürgerinnen und Bürger in finanzielle Schwierigkeiten. Der Graben zwischen Arm und Reich, so Engelmeier, vertiefe sich stetig. Das sei kein Zustand, der hingenommen werden dürfe. Gerade die jüngsten Entwicklungen zeigten, wie fragil die wirtschaftliche Sicherheit vieler Menschen sei.
Vermögen zur Kasse bitten?
Kürzungen im bestehenden Sozialsystem seien daher „keine Option“, so die klare Ansage des SoVD. Stattdessen müsse über eine „faire Beteiligung sehr hoher Vermögen“ nachgedacht werden. Nur so könne gewährleistet werden, dass Menschen auch in Krisensituationen wie Jobverlust, Krankheit oder unvorhergesehenen Lebensereignissen Unterstützung erhalten und nicht aus der Bahn geworfen werden. Dies sei Ausdruck einer solidarischen Gesellschaft, so die Verbandsvertreterin.
