Schluss mit Acht-Stunden-Tag?

Deutsche wollen flexiblere Arbeitszeit

Foto: Büros (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Eine Mehrheit der Deutschen befürwortet eine Reform der täglichen Arbeitszeitregelungen. Statt der starren Acht-Stunden-Grenze soll künftig eine maximale Wochenarbeitszeit von 40 Stunden gelten. Dies ergab eine neue Forsa-Umfrage im Auftrag von RTL und ntv.

Arbeitsrecht im Wandel?

Die traditionelle Acht-Stunden-Grenze im Arbeitszeitgesetz stößt auf breite Ablehnung. Laut einer aktuellen Erhebung sind 59 Prozent der Befragten offen für eine Abschaffung dieser Regelung. Stattdessen soll eine Wochenarbeitszeit von maximal 40 Stunden bundesweit gelten.

Auch unter den Erwerbstätigen selbst unterstützt eine knappe Mehrheit von 57 Prozent eine solche Neuregelung. Dies deutet auf einen Wunsch nach mehr Flexibilität im Berufsalltag hin.

Regionale Unterschiede und politische Lager

Besonders ausgeprägte Vorbehalte gegen eine flexiblere Arbeitszeitregelung zeigen sich hingegen in Ostdeutschland, wo 45 Prozent der Befragten skeptisch sind. Auch politische Präferenzen spielen eine Rolle: Bei Anhängern der AfD sind es 50 Prozent, bei der Linken sogar 57 Prozent, die sich gegen eine Entschlackung der Regeln aussprechen.

Die aktuelle Gesetzeslage erlaubt theoretisch eine Wochenarbeitszeit von bis zu 48 Stunden, da Werktage von Montag bis Samstag zählen können. Die Debatte dreht sich jedoch um die tägliche Begrenzung.

Teilzeit: Kaum Einschränkungen gewünscht

Eine andere Frage der Umfrage betrifft das Teilzeitrecht. Hier stößt eine potenzielle Einschränkung des bestehenden Rechts auf deutliche Ablehnung. Nur 38 Prozent fänden es sinnvoll, wenn Arbeitnehmer ihr Recht auf Teilzeit nur noch aus bestimmten Gründen wie Kindererziehung oder Angehörigenpflege geltend machen könnten. Die große Mehrheit von 59 Prozent hält eine solche Begrenzung für nicht zielführend.

Einzig bei den Anhängern der CDU/CSU befürwortet eine knappe Mehrheit von 53 Prozent eine solche Einschränkung des Teilzeitanspruchs.

Die Umfrage wurde zwischen dem 30. Januar und dem 2. Februar durchgeführt. Insgesamt wurden 1.001 Personen befragt.