Karlsruhe wird im März zur wichtigsten Schaltzentrale für Deutschlands Pendler. Wenn sich die Tore der Messe Karlsruhe öffnen, geht es nicht um graue Theorie, sondern um unseren echten Alltag. 175 Aussteller aus aller Welt reisen an, um zu beweisen, dass Bus und Bahn endlich so smart werden können wie unser Smartphone.
Der „Wow-Effekt“: Wenn die Bahn mitdenkt
Stellen Sie sich vor, Sie steigen einfach ein, und das System erkennt vollautomatisch, wer Sie sind und was die Fahrt kostet – ganz ohne App-Gefummel oder die Suche nach Kleingeld. Was nach Science-Fiction klingt, ist in Karlsruhe zum Greifen nah. Anbieter wie die IVU Traffic Technologies AG zeigen mit dem „Account Based Ticketing“, dass der Traum vom schrankenlosen Fahren Realität wird. Das Ticket passt sich dem Menschen an, nicht umgekehrt.
Doch die Revolution findet nicht nur am Bahnsteig statt, sondern direkt im Cockpit. Da Deutschland händeringend nach Busfahrern sucht, rückt die Technik nach. Der Branchen-Riese INIT präsentiert in Halle 1 Assistenzsysteme, die Fahrern per Sprachunterstützung unter die Arme greifen. Das Ziel ist klar: Weniger Stress für das Personal bedeutet am Ende weniger Ausfälle und mehr Pünktlichkeit für uns Fahrgäste.
Starke Stimmen: Die Macher hinter der Vision
Dass dies keine bloße Verkaufsshow ist, zeigt ein Blick auf die Gästeliste. Hier treffen sich die Leute, die wirklich etwas zu sagen haben. Anna-Theresa Korbutt, die Chefin des Hamburger Verkehrsverbunds (hvv), wird als Keynote-Speakerin aus dem Nähkästchen plaudern. Wenn eine Frau dieser Größenordnung über die digitale Zukunft spricht, dann hat das Gewicht – sie weiß genau, woran es in der Praxis oft noch hakt.
Besonders spannend wird es, wenn die Politik auf die Praktiker trifft: Staatssekretärin Elke Zimmer aus dem Verkehrsministerium Baden-Württemberg und der Karlsruher Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup diskutieren live vor Ort, wie der digitale Wandel nicht nur auf dem Papier, sondern auf der Straße ankommt. Es geht um die Frage: Wie skalieren wir die Technik, damit sie nicht nur in der Theorie, sondern auch im Berufsverkehr der Großstadt standhält?
Regionaler Stolz: Die Mobilitätsdrehscheibe vor der Haustür
Als „Local Host“ zeigen die Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) am Stand X5, warum unsere Region weltweit als Vorbild gilt. Mit dem Projekt „regiomove“ bündeln sie alles, was rollt: Von der Bahn über das Leihrad bis zum E-Scooter – alles in einer Hand. Die sogenannten „Mobilitätsdrehscheiben“ sollen bald unser Stadtbild prägen und den Umstieg so intuitiv machen, dass man das eigene Auto gar nicht mehr vermisst.
Technik, die man erleben kann
In den Messehallen geht es 2026 vor allem um das Erleben. Ob die neuen, robusteren Bordrechner von ATRON oder die Cloud-Systeme von Trapeze, die den Betrieb im Hintergrund flexibler machen: Überall gibt es Live-Demos. Die Botschaft der IT-TRANS ist deutlich: Die Mobilitätswende ist keine ferne Vision mehr, sie findet jetzt statt.
Für alle, die wissen wollen, ob sie in zwei Jahren noch ein Ticket entwerten müssen oder ob die KI bereits ihren Platz reserviert hat, ist die Messe Karlsruhe im März der wichtigste Termin des Jahres.
