Nato rüstet sich für die Arktis
Die militärischen Planungen für eine neue Nato-Mission in der Arktis nehmen konkrete Formen an. Oberbefehlshaber Alexus Grynkewich hat angeordnet, die Vorbereitungen für das Vorhaben namens «Arctic Sentry» zu beginnen. Ein Sprecher bestätigte auf Nachfrage des „Spiegel“, dass verstärkte Wachsamkeitsaktivitäten der Nato unter dem Stichwort „Enhanced Vigilance Activity“ in Planung seien. Details wurden noch nicht genannt, da die Planungen gerade erst angelaufen seien.
Trump-Forderungen als Auslöser
Die Idee hinter «Arctic Sentry» soll ursprünglich auch dazu gedient haben, den Forderungen von US-Präsident Donald Trump entgegenzukommen. Dieser hatte wiederholt die Übernahme Grönlands durch die USA ins Gespräch gebracht, um die Sicherheit in der strategisch wichtigen Region zu gewährleisten. Seine Kritik an der Nato, das Bündnis kümmere sich nicht ausreichend um die Arktis, veranlasste nun offenbar das Bündnis zu handeln.
Mehr Schiffe, bessere Kontrolle
Mit der neuen Mission will die Nato ihre schnelle Reaktionsfähigkeit unter Beweis stellen. Vorgesehen sind laut Informationen der dts-Nachrichtenagentur Kontrollfahrten von Kriegsschiffen, eine verbesserte Luftraumüberwachung und die zeitweise Stationierung kleinerer Landverbände für Übungen auf Grönland. Die Verteidigungsminister der Nato wollen sich bereits nächste Woche mit der Operation befassen. Deutschland, vertreten durch Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD), hat seine Teilnahme bereits zugesagt und sprach bereits von Einsätzen deutscher Marineeinheiten, Seefernaufklärern und Eurofightern.

