Steuersatz-Anhebung gefordert
Die Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) hat für den am Freitag beginnenden CDU-Parteitag in Stuttgart einen Antrag eingebracht, der eine Reform der Einkommensteuer fordert. Ziel ist es, die sogenannte „arbeitende Mitte“ spürbar zu entlasten. Laut dem Antrag soll der Einkommensteuertarif im gesamten Verlauf abgeflacht werden. Der derzeitige Spitzensteuersatz von 42 Prozent soll erst ab einem zu versteuernden Einkommen von 80.000 Euro greifen. Die MIT bezeichnet den aktuellen Tarifverlauf als „leistungshemmend“.
Leistung soll sich wieder lohnen
Die Organisation betont, dass Leistung sich sowohl für Arbeitnehmer als auch für Unternehmer wieder lohnen müsse – für letztere sei die Einkommensteuer praktisch eine Unternehmenssteuer. MIT-Chefin Gitta Connemann äußerte sich besorgt darüber, dass mittlerweile mehr als 4,2 Millionen Arbeitnehmer den Spitzensteuersatz zahlen würden. „Heute werden schon Fachkräfte wie Spitzenverdiener besteuert“, sagte Connemann der „Rheinischen Post“.
Mittelstand als Hauptlastenträger
Darüber hinaus bezeichnete Connemann die Einkommensteuer als eine „Mittelstandssteuer“. „Mehr als 70 Prozent der Mittelständler werden Monat für Monat bei der Einkommensteuer zur Kasse gebeten“, fügte sie hinzu. Viele dieser Unternehmer würden ebenfalls den Spitzensteuersatz zahlen. „Wenn sich Leistung für Verantwortungs- und Funktionsträger wieder lohnen soll, müssen wir die Steuertarife in die Gegenwart führen“, so die MIT-Vorsitzende.
