Europa muss aus Abhängigkeit heraus
Friedrich Merz, Bundeskanzler und CDU-Vorsitzender, hat auf der Münchner Sicherheitskonferenz ein klares Bekenntnis zu einem starken und unabhängigen Europa abgelegt. Zur offiziellen Eröffnung der Konferenz am Freitag erklärte Merz: „Niemand hat uns in die übermäßige Abhängigkeit von den Vereinigten Staaten gezwungen, in der wir uns zuletzt befunden haben.“
Diese Abhängigkeit sei demnach kein äußeres Schicksal, sondern eine selbstverschuldete „Unmündigkeit“, von der sich Europa nun verabschieden müsse. Ein schnellerer Ausstieg sei wünschenswert.
NATO nein, aber ein starker europäischer Pfeiler
Merz betonte, dass dieser Weg nicht bedeute, die NATO aufzugeben. Vielmehr gelte es, innerhalb des Bündnisses einen „starken selbsttragenden europäischen Pfeiler“ zu errichten. Dies sei die richtige Strategie für die Zukunft und eine notwendige Evolution der transatlantischen Beziehungen.
Warnung vor Chinas Aufstieg
Der Kanzler wagte zudem eine düstere Prognose für die globale Machtbalance. Die USA könnten laut Merz ihre Vormachtstellung bereits in naher Zukunft verlieren. „In absehbarer Zeit könnte Peking den Vereinigten Staaten militärisch auf Augenhöhe begegnen“, prognostizierte Merz.
China verfolge mit eisernem Willen einen globalen Gestaltungsanspruch und habe die dafür notwendigen Grundlagen über viele Jahre hinweg mit strategischer Geduld gelegt. Die kommenden Jahre könnten hier entscheidend sein für die weltweite Ordnung.


