Trittin und Künast sehen Eignung

Merkel als Bundespräsidentin? Prominente Grüne werfen Ideen in den Ring

Merkel als Bundespräsidentin? Prominente Grüne werfen Ideen in den Ring
Foto: Angela Merkel (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Obwohl Angela Merkel eine Rückkehr in die Politik nach eigenen Angaben ausschließt, können sich prominente Grünen-Politiker die ehemalige Bundeskanzlerin im Amt des Bundespräsidenten vorstellen. Jürgen Trittin und Renate Künast begründen ihre Einschätzung mit Merkels weltpolitischer Erfahrung. Beide betonen jedoch auch den Respekt vor ihrer Entscheidung, sich nicht zur Verfügung zu stellen.

Grüne loben Erfahrung und Eignung

Die Vorstellung, Angela Merkel könnte das Amt der Bundespräsidentin übernehmen, wird offenbar auch von prominenten Politikern aus den eigenen Reihen der Grünen gehegt. Jürgen Trittin, ehemaliger Bundesumweltminister, äußerte sich im Gespräch mit dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ positiv über die Eignung der Altkanzlerin für das höchste Staatsamt. „Natürlich ist eine ehemalige Kanzlerin mit dieser weltpolitischen Erfahrung geeignet für das Amt des Staatsoberhaupts“, so Trittin.

Er räumte jedoch ein, dass Merkels erklärter Wunsch, das Amt nicht anzustreben, zu respektieren sei. „Der Respekt gebietet es, diese Entscheidung zu akzeptieren“, fügte der Grünen-Politiker hinzu.

Die Spekulationen über eine mögliche Kandidatur Merkels waren bereits zuvor von ihrem Büro als „abwegig“ bezeichnet worden. Auch die Fraktionsspitze der Grünen hatte klargestellt, dass keine entsprechenden Überlegungen zur Wahl des Staatsoberhaupts im Jahr 2027 verfolgt würden.

Doch auch Renate Künast, frühere Bundeslandwirtschaftsministerin, sieht in Merkel eine qualifizierte Persönlichkeit. „Frau Merkel wäre eindeutig qualifiziert“, sagte sie dem „Spiegel“. „Denn eine Bundespräsidentin braucht Berufs- und Lebenserfahrung, Ausstrahlung und ein starkes Bewusstsein für die Aufgaben des Amtes.“ Künast nannte diesbezüglich die Überprüfung von Gesetzen, aber auch die Fähigkeit zuzuhören und die Sorgen der Bürgerinnen und Bürger zu erkennen.

Wie Trittin bedauerte auch Künast, dass Merkel wohl „nein sagt“. Sie habe ihren Dienst am Land jedoch in den 16 Jahren ihrer Kanzlerschaft „allemal geleistet“.

Wenig überraschend gab es keine offiziellen Äußerungen dazu. Die Bundesrepublik hatte bisher noch nie eine Bundespräsidentin an ihrer Spitze. Alle bisherigen Staatsoberhäupter seit 1949 waren oder sind männlich. Die Amtszeit des derzeitigen Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier läuft im Frühjahr 2027 ab.