Skepsis trotz Verhandlungen
Am Mittwoch sollen die Gespräche zwischen Vertretern Russlands und der Ukraine in Genf fortgesetzt werden. Die Vermittlerrolle übernehmen dabei die USA. Diese erneuten Verhandlungsrunden folgen auf frühere Treffen in Abu Dhabi, die bisher keine greifbaren Ergebnisse erzielt haben. Vor allem die Frage möglicher territorialer Zugeständnisse der Ukraine bleibt ein Knackpunkt.
Andrij Melnyk, langjähriger Botschafter der Ukraine in Deutschland, zeigte sich kurz vor Beginn der Genfer Gespräche äußerst skeptisch. „Ich persönlich bin sehr skeptisch“, sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Ich erkenne derzeit keinen echten Willen des Kremls, ein tragfähiges Abkommen auszuhandeln.“
Er befürchtet, dass die Verhandlungen ohne eine Waffenruhe zu einer endlosen Prozedur werden könnten, während der Krieg gegen die Ukraine weitergeht. „Russland nutzt die Verhandlungen vor allem, um im geopolitischen Spiel zu bleiben und die USA nicht zu verärgern“, so Melnyk. Kleine Fortschritte wie Gefangenenaustausche seien zwar ein Lichtblick für die betroffenen Familien, ein politischer Durchbruch, der auf Dauer Bestand hätte, sei jedoch „leider nicht in Sicht“.


