Länder kritisieren Gewerkschaften vor Tarifverhandlung
Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) hat scharfe Kritik an den Gewerkschaften geübt. „Anders als Gewerkschaften behaupten, haben wir schon weitreichende Eckpunkte vorgelegt, die im Saldo über fünf Prozent Steigerung liegen“, sagte Dressel der „Rheinischen Post“.
Der Verhandlungsführer der Tarifgemeinschaft der Länder betonte, dass diese Punkte weiter konkretisiert werden könnten. Dies gelte insbesondere für Dienste zu ungünstigen Zeiten wie nachts, an Sonn- und Feiertagen sowie im Wechselschicht- und Schichtdienst. Auch das Paket für Auszubildende könne noch verbessert werden. Der Fokus liege auf Nachwuchskräften und belasteten Arbeitsbereichen.
Dressel zeigte wenig Verständnis für die aktuellen Arbeitskampfmaßnahmen der Gewerkschaften. „Streiks gehören naturgemäß zu jedem Tarifkonflikt dazu, auch wenn wir die Ausweitung von Warnstreiks beim jetzigen Stand der Verhandlungen nicht nachvollziehen können“, erklärte er. Trotzdem nähmen die Länder die Streiks gelassen und blickten nach vorn auf die anstehenden Verhandlungen. Man setze weiterhin auf konstruktive und realistische Gespräche, die die finanziellen Realitäten berücksichtigten.
Verdi fordert in der aktuellen Tarifrunde eine Gehaltserhöhung von sieben Prozent, mindestens jedoch 300 Euro mehr im Monat. Zudem verlangt die Gewerkschaft 200 Euro monatlich mehr für Auszubildende, Studierende und Praktikanten. Eine weitere Forderung ist die Erhöhung der Zeitzuschläge um 20 Prozent.

