Jenische kämpfen um Anerkennung

Jenische legen Gutachten vor – Anerkennung als Minderheit angestrebt

Foto: Renaldo Schwarzenberger (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Die diskriminierte Gruppe der Jenischen hofft auf ihre Anerkennung als fünfte nationale Minderheit in Deutschland. Mit mehreren vorgelegten Gutachten wollen sie ihren Anspruch untermauern. Bisherige Hürden sieht die Bundesregierung vor allem in einer angeblich fehlenden eigenen Sprache und Kultur. Diesen Punkt greifen die Gutachten nun entschieden auf.

Kampf um Minderheitenstatus

Der Bundesregierung lagen nun mehrere Gutachten vor, die den Anspruch der Jenischen auf Anerkennung als nationale Minderheit stärken sollen. Diese Gruppe, die während des Nationalsozialismus verfolgt wurde, wehrt sich gegen die bisherige Einschätzung der Regierung. Bernad Fabritius, Beauftragter der Bundesregierung für nationale Minderheiten, betonte jedoch, dass eine Auswertung der Materialien noch ausstehe. Bis auf Weiteres bleibe daher die bisherige Haltung des Bundes bestehen.

Wurzeln und Zahlen

Schätzungen zufolge leben in Deutschland rund 200.000 Jenische, deren Wurzeln mutmaßlich bis ins Mittelalter zurückreichen. Diese Menschen wurden lange Zeit als „Landfahrer“ diskriminiert. Aktuell sind in der Bundesrepublik offiziell die Dänen, Friesen, Sorben sowie Sinti und Roma als nationale Minderheiten anerkannt. Die Jenischen fühlen sich durch die Haltung der deutschen Regierung auf europäischer Ebene isoliert, wie Renaldo Schwarzenberger, Vorsitzender des Zentralrats der Jenischen Deutschlands, kritisierte. In der Schweiz ist die Anerkennung der Jenischen als Minderheit längst Realität. Diese Fortschritte könnten eine Inspiration sein: https://www.insidebw.de/spd-mitgliederbegehren-reform-koennte-vorher-beschlossen-werden