Die neue Folge verbindet klassische Krimispannung mit gesellschaftlichen Themen und gilt schon jetzt als besonders vielschichtiger Beitrag der Reihe.
Zwei Fälle – ein Netz aus Widersprüchen
Ausgangspunkt der Geschichte ist ein Leichenfund in einer Isarwehranlage in München. Eine Frau wurde ermordet – doch der Fall scheint zunächst bereits gelöst.
Der Asylbewerber Léon Kamara aus Burkina Faso hatte den Mord gestanden und wurde bereits verurteilt. Allerdings passen seine Aussagen nicht zu den neuen Erkenntnissen der Ermittler. Kamara hatte angegeben, das Opfer zerstückelt und im Müll entsorgt zu haben. Der Fundort der Leiche widerspricht jedoch dieser Darstellung.
Die Kommissare Cris Blohm (Johanna Wokalek) und Dennis Eden (Stephan Zinner) beginnen deshalb zu hinterfragen, warum jemand eine Tat gestehen sollte, die er möglicherweise gar nicht begangen hat.
Parallel dazu müssen sie einen zweiten Fall untersuchen: einen tödlichen Autounfall mit Fahrerflucht. Der arbeitslose Familienvater Victor Reisinger legt auf Rat seines Anwalts ein Geständnis ab. Doch auch hier stoßen die Ermittler schnell auf Ungereimtheiten.
ARD/BR POLIZEIRUF 110: ABLASS, am Sonntag (15.03.26) um 20:15 Uhr im ERSTEN. Victor Reisinger (Shenja Lacher).
Ein Anwalt mit eigener Vorstellung von Gerechtigkeit
Eine zentrale Rolle spielt der renommierte Strafverteidiger August Schellenberg, dargestellt von Tobias Moretti. Der gewiefte Anwalt tritt selbstbewusst auf und vertritt seine Mandanten mit großer Entschlossenheit.
In einer intensiven Szene mit Kommissarin Blohm formuliert er seine eigene Sicht auf das Rechtssystem:
„Gerechtigkeit ist ein Gefühl, ein Konstrukt, eine Idee und kein Naturgesetz.“
Der Satz bringt den Kern des Films auf den Punkt. Die Ermittlungen führen Blohm und Eden immer tiefer in ein Geflecht aus Interessen, falschen Geständnissen und möglichen Manipulationen.
Kein klassischer „Whodunit“
„Polizeiruf 110: Ablass“ folgt nicht dem klassischen Muster vieler Fernsehkrimis, bei dem sich alles um die Frage nach dem Täter dreht. Stattdessen rückt die Geschichte moralische und gesellschaftliche Fragen in den Mittelpunkt.
Der Film zeigt, wie unterschiedlich Recht und Gerechtigkeit wahrgenommen werden können – und wie stark soziale Unterschiede oder finanzielle Möglichkeiten Einfluss auf juristische Entscheidungen nehmen können.
Die Geschichte stammt von Christian Bach, der sowohl das Drehbuch geschrieben als auch Regie geführt hat. Die Dialoge gelten als besonders präzise und tiefgründig.
Rechtsmediziner Franz Romberg (Pablo Sprungala).
Starkes Ensemble vor der Kamera
Neben Johanna Wokalek und Stephan Zinner ist auch die Nebenbesetzung prominent besetzt. Zu den Darstellern gehören unter anderem:
- Yoli Fuller als Léon Kamara
- Shenja Lacher als Victor Reisinger
- Sophie Rogall als Emilia Lorenz
- Victoria Mayer als Helene Assauer
- Josefine Keller als Kim Assauer
- Liliane Amuat als Mona Reisinger
- Marion Mitterhammer als Runa Sibelius
Für die Kamera war Namche Okon verantwortlich, die Musik stammt von Ege Ateslioglu.
Fünfter Fall für das Münchner Ermittlerteam
„Ablass“ ist der 425. Film der Reihe „Polizeiruf 110“ und zugleich der fünfte Fall für das Münchner Ermittlerduo Blohm und Eden. Seit ihrem ersten gemeinsamen Einsatz haben sich die beiden Figuren als eigenständige Ermittlerpersönlichkeiten etabliert.
Während viele Krimireihen stärker auf Action oder spektakuläre Wendungen setzen, lebt dieser „Polizeiruf“ vor allem von seiner ruhigen Erzählweise und den intensiven Dialogen zwischen den Figuren.
TV-Termin am Sonntagabend
Der neue Krimi läuft am:
- Sonntag, 15. März 2026
- 20:15 bis 21:45 Uhr
- im Ersten (ARD)
Damit übernimmt „Polizeiruf 110: Ablass“ an diesem Wochenende den traditionellen Krimi-Sendeplatz am Sonntagabend.
Für „Tatort“-Fans gibt es aber bereits den nächsten Termin: Am 22. März läuft im Ersten der neuer „Tatort – Fackel“ um 20:15 Uhr.
Bis dahin sorgt der Münchner „Polizeiruf 110“ mit seinem vielschichtigen Fall für einen spannenden Krimiabend.



