Die Untersuchung wurde in der Fachzeitschrift Archives of Disease in Childhood veröffentlicht und analysierte 21 Fälle von Kindern in Großbritannien und Irland, die nach dem Konsum von Slushies mit Glycerol gesundheitliche Beschwerden entwickelten.
Warum ist Glycerol in Slushies ein Problem?
Glycerol ist ein natürlich vorkommender Alkohol und Zuckerersatz, der in vielen Lebensmitteln als Zusatzstoff verwendet wird. In Slushies sorgt er dafür, dass die Flüssigkeit nicht komplett gefriert, sondern die typische halbgefrorene Konsistenz behält. Doch für junge Kinder kann eine hohe Dosis Glycerol gefährlich werden.
Besonders kritisch: Die genaue Menge an Glycerol in Slushies muss in der EU nicht auf der Verpackung angegeben werden. Das bedeutet, dass Eltern nicht erkennen können, wie viel ihres Kindes tatsächlich konsumiert.
Die Studie zeigt, dass fast alle Kinder innerhalb einer Stunde nach dem Trinken eines Slushies erkrankten. Ihre Symptome umfassten:
- Kopfschmerzen
- Übelkeit und Erbrechen
- Bewusstseinsstörungen, die bis zur Ohnmacht reichten
- Sehr niedriger Blutzuckerspiegel (Hypoglykämie)
- Hohe Milchsäurewerte im Blut (Laktatazidose)
Diese Reaktionen traten besonders häufig bei Kindern unter sieben Jahren auf. Die Forscher gehen davon aus, dass der Stoffwechsel junger Kinder nicht in der Lage ist, große Mengen Glycerol schnell genug zu verarbeiten. Dies führt zu einem plötzlichen Abfall des Blutzuckerspiegels und anderen negativen Folgen.
Neue Empfehlungen: Altersgrenze soll erhöht werden
Die Food Safety Authority of Ireland (FSAI) empfiehlt bereits, dass Kinder unter vier Jahren keine Slushies mit Glycerol konsumieren sollten. Die Forscher der neuen Studie gehen jedoch noch einen Schritt weiter und schlagen vor, diese Altersgrenze auf acht Jahre anzuheben, um sicherzustellen, dass auch Kinder mit niedrigerem Körpergewicht nicht gefährdet werden.
Ein weiteres Problem ist die fehlende Kennzeichnungspflicht für Glycerol in Lebensmitteln. Da derzeit keine genauen Angaben über die Konzentration dieses Zusatzstoffs in Slushies gemacht werden müssen, bleibt es für Eltern schwer nachvollziehbar, wie viel ihre Kinder tatsächlich aufnehmen.
Die Studie kommt zu dem Schluss, dass Slushies – unabhängig davon, ob sie Zucker oder Glycerol enthalten – keine gesundheitlichen Vorteile haben und nicht Teil einer gesunden Ernährung für Kinder sein sollten.
Forderung nach mehr Transparenz und klareren Richtlinien
Die Experten betonen, dass es dringend notwendig ist, die Kennzeichnungspflichten für Glycerol zu überarbeiten. Eltern sollten die Möglichkeit haben, genau zu sehen, wie viel von dem Zusatzstoff in einem Produkt enthalten ist. Zudem sollten klare öffentliche Gesundheitsrichtlinien entwickelt werden, die Eltern besser über die möglichen Risiken von Glycerol-haltigen Slushies informieren.
Ein weiterer Aspekt, der in der Studie erwähnt wird: Es könnte viele weitere, bisher nicht erkannte Fälle geben. Die Forscher vermuten, dass einige Kinder mildere Symptome entwickeln, die nicht sofort mit Slushies in Verbindung gebracht werden – etwa leichte Kopfschmerzen oder Übelkeit nach dem Konsum.
Eltern sollten vorsichtig sein
Auch wenn sich alle betroffenen Kinder in der Studie nach einiger Zeit wieder erholten, zeigt sie dennoch, dass das Risiko einer plötzlichen Erkrankung real ist. Eltern wird daher geraten, bei der Auswahl von Getränken für ihre Kinder vorsichtig zu sein – insbesondere, wenn keine Angaben über die Glycerol-Konzentration auf der Verpackung gemacht werden.
Mehr Details zur Untersuchung finden sich auf der Website der University College Dublin: Hier klicken.
