Kein Einfluss auf Reisewarnungen

TUI-Chef weist Druckvorwürfe zurück

TUI-Chef weist Druckvorwürfe zurück
Foto: Dubai (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Der Vorstandsvorsitzende des Touristikkonzerns Tui, Sebastian Ebel, hat Vorwürfe zurückgewiesen, Reiseveranstalter hätten die Bundesregierung vor dem Iran-Konflikt unter Druck gesetzt, die Golfregion als sicher einzustufen. Eine solche Einflussnahme sei ausgeschlossen, betonte Ebel in einem Interview.

Iran-Konflikt: Tui distanziert sich von politischer Einflussnahme

Der Reisekonzern Tui hat jeglichen Einfluss auf die Einstufung der Golfregion als sicheres Reiseland durch die Bundesregierung dementiert. „Das würden wir uns nie anmaßen“, sagte Tui-Chef Sebastian Ebel dem Nachrichtensender „Welt“. Die Verantwortung liege allein beim Auswärtigen Amt, und jeder Versuch der Einflussnahme wäre „bös­willig“.

Ebel sieht auch keine Fahrlässigkeit im Umgang mit der angespannten Sicherheitslage. Offizielle Reisewarnungen, die das Auswärtige Amt üblicherweise ausspricht, seien nicht erfolgt. Die zur Verfügung stehenden Informationen hätten eine solche Entwicklung nicht vorhersehen lassen. Die politische Einschätzung sei von offizieller Seite als sicher gewertet worden, und dem sei Tui gefolgt.

Die klare Ansage von Außenminister Johann Wadephul, dass die Rückholung von Touristen in der Verantwortung der Reiseveranstalter liege, ist für Ebel selbstverständlich. „Es ist unsere Verantwortung, die Pauschalreisegäste, die mit der Tui gebucht haben, wieder nach Hause zu bringen. Da brauchen wir auch keine Belehrung dafür. Das tun wir.“ Die Tui sei hierbei gut mit den lokalen Regierungen vernetzt.

Dennoch rechnet Ebel mit einer spürbaren Delle bei Urlaubsbuchungen für die Golfregion. Selbst bei einer schnellen Deeskalation, die sich alle wünschen, könnte es Monate dauern, bis sich die Lage wieder normalisiert. Kunden würden schnell auf alternative Reiseziele ausweichen. Innerhalb der letzten drei Tage sei ein signifikanter Anstieg von Buchungen in die Karibik zu verzeichnen, so Ebel.

(Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt)