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„Ein Heimspiel für Stuttgart und für Europa“

EM 2024: Stuttgarts MHP-Arena – Eine Evolution von der „Kampfbahn“ zum High-Tech Fußballtempel!

Foto: Von Arne Müseler / www.arne-mueseler.com, CC BY-SA 3.0 de, commons.wikimedia.org

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Die MHPArena in Stuttgart darf sich in diesem Sommer bei der Heim-EM 2024 erneut als Top-Spielstätte für große Fußball-Highlights beweisen. Das traditionsreiche Stadion am Neckar blickt auf eine überaus bewegte und abwechslungsreiche Geschichte von weit über 90 Jahren zurück.

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Die Ursprünge: Ein Exerzierplatz wird zur Kampfbahn

Bereits in den 1860er Jahren wurde auf einem Exerzierplatz am heutigen Standort des Stadions Fußball gespielt. 1929 begannen dann die Arbeiten für ein neues Stadion als Austragungsort für das 15. Deutsche Turnfest. Die Architekten Paul Bonatz und Friedrich Eugen Scholer schufen mit der 1933 fertiggestellten „Stuttgarter Kampfbahn“ eines der ersten reinen Fußballstadien Deutschlands. Mit einer Tribüne aus freitragendem Stahlbeton setzte man Maßstäbe im modernen Sportstättenbau.

Bloß vier Jahre nach der Eröffnung gab’s den ersten Namens-Wechsel: Aus der Kampfbahn wurde die „Adolf-Hitler-Kampfbahn“. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es weitere Namensänderungen zu „Century Stadium“ und „Kampfbahn“, ehe es 1949 in „Neckarstadion“ umbenannt wurde. In jenem Jahr fand hier übrigens eines der legendärsten Fußball-Endspiele der Nachkriegszeit statt: Die „Hitzeschlacht von Stuttgart„, das Finale um die Deutsche Meisterschaft zwischen dem VfR Mannheim und Borussia Dortmund vor 92.000 Zuschauern! Der VfR gewann 3:2 nach Verlängerung.

1950 erlebte die Arena das erste Länderspiel der DFB-Auswahl nach dem Krieg gegen die Schweiz (1:0) – damals kamen unfassbare 103.000 Fans! Es folgten Auf- und Ausbauten, etliche Euroapokal-Endspiele machten in Stuttgart Halt. 1974 war die große Sanierung für die Heim-WM fällig.

Die WM 1974 als Wegbereiter für mehr

Anlässlich der WM 1974 in Deutschland erhielt das Stadion eine komplett neue Haupttribüne samt Überdachung für Haupt- und Gegengerade. Das damals 72.000 Zuschauer fassende Rund war Schauplatz von vier WM-Vorrundenspielen und einem Zwischenrundenduell.

Grzegorz Lato erzielt das 1:0 im Gruppenspiel Polen gegen Argentinien. Polen triumphiert mit einem 3:2-Sieg gegen Argentinien am 15. Juni 1974. 
Foto: Von Bundesarchiv, Bild 183-N0615-0029
Grzegorz Lato erzielt das 1:0 im Gruppenspiel Polen gegen Argentinien. Polen triumphiert mit einem 3:2-Sieg gegen Argentinien am 15. Juni 1974.
Foto: Von Bundesarchiv, Bild 183-N0615-0029

Nur zwei Jahre später sorgte ein Konzert der Rolling Stones für ein echtes Novum: 1976 fand nach zweijähriger Vorbereitungszeit im Neckarstadion das erste Freiluftkonzert statt. Es war das erste Mal, dass ein Stadion in Deutschland für eine Nicht-Sportveranstaltung dieser Größenordnung genutzt wurde! Danach ging es mit dem nächsten sportlichen Großereignis weiter.

Im Jahr 1986 richtete Stuttgart die Leichtathletik-Europameisterschaften aus, ein Ereignis, das die Installation einer bahnbrechenden technologischen Neuerung im Stadion nach sich zog: Unter der Untertürkheimer Kurve wurde eine riesige Videowand eingebaut. Es handelte sich dabei um die erste Vollmatrix-Farb-Videowand, die in einem deutschen Stadion installiert wurde, ein Meilenstein in der Geschichte der Stadiontechnologie in Deutschland. Zwei Jahre später folgten dann zwei EM-Vorrundenpartien und das Halbfinale Italien gegen die Sowjetunion (0:2) bei der Europameisterschaft 1988.

Rekordkulisse: Das Gottlieb-Daimler-Stadion bei der Leichtathletik-WM 1993

Im August 1993 schrieb das Gottlieb-Daimler-Stadion in Stuttgart Sportgeschichte, als es während der Leichtathletik-Weltmeisterschaften Gastgeber für eine Rekordzahl von über 580.000 Zuschauern wurde. Dieses Ereignis setzte neue Maßstäbe für die Besucherzahlen bei Leichtathletik-WMs und bleibt bis heute unübertroffen.

Die Wahl des Namens „Gottlieb-Daimler-Stadion“ markierte zudem einen Wendepunkt in der deutschen Fußball-Bundesliga, indem es das erste indirekte Stadion-Sponsoring darstellte. Im Vorfeld der Weltmeisterschaften wurde die Arena modernisiert, einschließlich einer kompletten Erneuerung der Membranüberdachung.

Die lebendige Atmosphäre im Gottlieb-Daimler-Stadion während der Leichtathletik-Weltmeisterschaften 1993 in Stuttgart.
Die lebendige Atmosphäre im Gottlieb-Daimler-Stadion während der Leichtathletik-Weltmeisterschaften 1993 in Stuttgart.
Foto: Von Larsz Plougmann – cropped, CC BY-SA 3.0,commons.wikimedia.org

Das Jahrtausendupdate für die WM 2006

Vor der Heim-WM 2006 gab es das nächste Großprojekt: Die beiden Hintertortribünen wurden komplett umgebaut und mit riesigen LED-Videoleinwänden ausgestattet. Außerdem erhielt das Stadion als einziges großes Leichtathletikstadion eine grüne Laufbahn. Sechs WM-Spiele wurden 2006 in Stuttgart ausgetragen, darunter das Achtelfinale England gegen Ecuador und das Spiel um Platz 3, in dem Gastgeber Deutschland Portugal mit 3:1 bezwang.

EM 2024: Stuttgarts MHP-Arena – Eine Evolution von der "Kampfbahn" zum High-Tech Fußballtempel! 3rd place playoff save from Kahn panoramio
Foto: By buzzard525, CC BY 3.0, commons.wikimedia.org

Aus Gottlieb-Daimler wird Mercedes-Benz

Nach der WM 2006 wurde es dann ruhiger um die Arena am Neckar. Bis 2011 der nächste Große Wurf anstand: Ein kompletter Umbau zu einer reinen Fußball-Kultstätte! Die Untertürkheimer Kurve musste einer neuen Tribüne samt großzügigen Innenräumen weichen, die Cannstatter Kurve auf der Gegenseite wurde abgerissen und deutlich näher an den Rasen herangerückt. Die letzten Reste der einst hier ausgelegten Laufbahn verschwanden endgültig. Beim Umbau des Stadions von Fußball-Bundesligist VfB Stuttgart sind mehrere Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg unter dem Spielfeld gefunden worden. 

EM 2024: Stuttgarts MHP-Arena – Eine Evolution von der "Kampfbahn" zum High-Tech Fußballtempel! Mercedes Benz Arena Stuttgart
Mercedes-Benz Arena nach dem abgeschlossenen Umbau während des Freundschaftsspiels Deutschland-Brasilien am 10. August 2011
Foto: Von montebianco – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, commons.wikimedia.org

Das runderneuerte Stadion erhielt zum Bundesliga-Start 2011/12 auch einen neuen Namen: Aus dem „Gottlieb-Daimler-Stadion“ wurde die „Mercedes-Benz Arena“. Mit neuem, LED-bestücktem Dachring, modernster Rasenheizung und einer Gesamtkapazität von nun 60.449 Plätzen erfüllte die Spielstätte alle Kriterien einer zeitgemäßen Fußball-Arena.

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Stuttgarts Stadion wird zur MHPArena, trotz Fanwünschen nach Rückkehr zum Namen ‚Neckarstadion‘

Nach gut zehn Jahren dann die nächste Namensänderung: Pünktlich zur EM 2024 wurde die Sponsoringpartnerschaft mit Mercedes nicht verlängert, stattdessen sicherte sich die Unternehmensberatung MHP aus Neu-Ulm die Namensrechte für die kommenden zehn Jahre.

EM 2024: Stuttgarts MHP-Arena – Eine Evolution von der "Kampfbahn" zum High-Tech Fußballtempel! MHP Arena Stuttgart Logo
Foto: By RudolfSimon – Own work, CC BY-SA 4.0, commons.wikimedia.org

Am 27. Juni 2023, auf einer Pressekonferenz mit Beteiligung des VfB Stuttgart, Porsche, der Mercedes-Benz Group und der MHP Management- und IT-Beratung, wurde die Änderung in der Namensgebung des Stuttgarter Stadions verkündet. Mercedes-Benz gab das Namensrecht vorzeitig auf, wodurch MHP ab dem 1. Juli 2023 für zehn Jahre den Namen MHPArena tragen wird. Trotz einer deutlichen Präferenz vieler Fans für eine Rückbenennung des Stadions in ‚Neckarstadion‘, wurde dieser Wunsch nicht berücksichtigt.

Und auch in Sachen Modernität gibt es für das Kultbau keine Auszeiten: Von 2022 bis 2024 wurde die Arena im Wert von über 130 Millionen Euro erneut runderneuert und aufgemöbelt. Das Dach erhielt eine Multicolor-Beleuchtung, die Flutlichtanlage wurde auf LED-Technik umgerüstet, die Haupttribüne grundlegend überholt und auch die Kapazität auf gut 60.000 Plätze angepasst. Eine mobile 5G-Anlage soll die Kommunikation der Fans vereinfachen.

So präsentiert sich die MHPArena bei der EM 2024 als wahres High-Tech-Schmuckstück und Aushängeschild für den deutschen Fußball. Die ganze Nation darf gespannt sein, welche denkwürdigen Bilder die Kultstätte am Neckar bei den beiden Vorrundenspielen der DFB-Elf, unter anderem dem Kracher-Duell gegen Ungarn, dann erzeugt!

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