General fordert Umdenken

Einsatzbereitschaft der Fallschirmjäger unter der Lupe

Foto: Bundeswehr-Soldat (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Die Bundeswehr steht vor einer strukturellen Herausforderung bei ihren Fallschirmjägern. Ein führender General bemängelt die aktuelle Aufstellung und fordert grundlegende Veränderungen, um den Anforderungen künftiger Einsätze gerecht zu werden. Gleichzeitig kämpft ein Regiment mit internen Problemen wie sexuellen Übergriffen und Rechtsextremismus.

Struktur veraltet?

Brigadegeneral Markus Meyer, Kommandeur der Luftlandebrigade 1, übt deutliche Kritik an der gegenwärtigen Struktur der Fallschirmjäger der Bundeswehr. Laut einem Bericht der FAZ seien die derzeitigen Formationen nicht mehr zeitgemäß. Meyer attestiert der alten Struktur zwar eine Eignung für die Missionen in Afghanistan, betont aber, dass diese für heutige Bedrohungsszenarien nicht mehr optimal sei. Langfristige Strukturreformen seien daher unumgänglich.

Abrücken von Skandalen

Parallel zu den strategischen Überlegungen steht das Fallschirmjägerregiment 26 vor der Aufgabe, nach einer Reihe von Vorfällen wie sexuellen Übergriffen, Drogenmissbrauch und rechtsextremen Tendenzen die Konzentration auf den militärischen Alltag zurückzugewinnen. Oberst Martin Holle, Kommandeur des Regiments, bestätigte gegenüber der FAZ diese Herausforderungen. Er betonte, dass die Diskussionen, auch angesichts der medialen Berichterstattung, geführt würden. Entscheidend sei jedoch der Blick nach vorne und die Fokussierung auf den Kernauftrag. Die Soldaten seien bestrebt, diese Negativschlagzeilen hinter sich zu lassen, ohne die Vorkommnisse zu relativieren.

Radikaler Schnitt

Die Konsequenzen sind bereits spürbar: Es gab Entlassungen. Holle verteidigte diesen Schritt als notwendige Maßnahme. „Lieber diese Lücke, als diese Menschen, die zur Einsatzbereitschaft nicht positiv beitragen“, zitierte die FAZ den Oberst. Brigadegeneral Meyer verdeutlichte weiter, dass reine Appelle gegen Fehlverhalten nicht ausreichen. Eine bloße Anordnung, sich zu bessern, sei wirkungslos. Er räumte ein, dass der Weg zu einer verbesserten Truppe langwierig sein werde. Ein Idealzustand sei zwar nicht garantiert, aber eine deutliche Verbesserung müsse das Ziel sein.