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Die rätselhafte Herkunft eines Namens

Ein Fürstenhaus, ein Land, ein Berg: Die geheimnisvolle Namensgebung Württembergs

Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Oliver Bürkle
Die Grabkapelle auf dem Württemberg bietet einen traumhaften Ausblick ins Neckartal.

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Die Geschichte Württembergs ist reich an Geheimnissen und Sagen, und eines der größten Rätsel ist die Herkunft seines Namens. Bereits im Mittelalter war die Herkunft des Namens Württemberg ein Mysterium, das Historiker und Sprachforscher gleichermaßen faszinierte.
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Die keltische Verbindung

Moderne Sprachforscher haben eine Theorie entwickelt, die tief in die Vergangenheit reicht. Sie glauben, dass sich der Name Württemberg vom keltischen Wort „Wirodunum“ ableitet. Dieses Wort enthält die Bezeichnung für eine Festung, was auf die strategische Bedeutung der Region in der Antike hinweist. Diese Erkenntnis bietet einen faszinierenden Einblick in die frühe Geschichte der Region und ihre keltischen Wurzeln.

Eine Sage erzählt eine andere Geschichte

Neben dieser sprachwissenschaftlichen Erklärung gibt es jedoch eine Sage, die eine ganz andere Herkunft des Namens Württemberg erzählt. Diese Sage, tief verwurzelt in der lokalen Kultur und Tradition, bietet eine romantischere und dramatischere Erklärung für den Ursprung des Namens.

Die Sage vom Wirt am Berg: Ein Märchenhafter Ursprung Württembergs

Eine Liebe, die Grenzen überwindet

In den Tiefen der deutschen Sagenwelt verbirgt sich die faszinierende Geschichte des Ursprungs des königlichen Hauses Württemberg. Es ist eine Erzählung, die nicht nur von der Entstehung eines Namens berichtet, sondern auch von einer Liebe, die alle Standesgrenzen überwindet und zur Gründung eines ganzen Geschlechts von Königen führt.

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Burg Wirtemberg, 1624: „Wiege des Hauses Württemberg“
Bild: Von Eberhard Kieser – eingescannt aus: Harald Schukraft: Kleine Geschichte des Hauses Württemberg, Tübingen, 2006, ISBN 13-978-3-87407-5, S. 11, Gemeinfrei, commons.wikimedia.org

Der Kaiser und sein Hof in Schwaben

Die Sage nimmt ihren Anfang in einer Zeit, als der legendäre Kaiser Barbarossa nahe dem Kyffhäuser seine Rothenburg hatte. Ähnlich wie Barbarossas Rothenburg, gab es im Lande Schwaben einen Rothenberg. In dessen Nähe hielt der Kaiser mit seiner Prinzessin und seinen Wappnern Hof. In dieser idyllischen Szenerie entfaltet sich eine Geschichte, die das Herz berührt.

Verbotene Liebe und eine heimliche Flucht

Das Schicksal nahm eine unerwartete Wendung, als die Prinzessin sich in einen Dienstmann verliebte. Trotz der gesellschaftlichen Unterschiede und der damit verbundenen Risiken, entführte der Dienstmann die Prinzessin. Sie versteckten sich, warteten, bis der Kaiser abgereist war, und errichteten dann ihr neues Leben am Fuße des Berges. Ihre Liebe war so stark, dass sie alle Hindernisse überwand.

Ein unerwartetes Wiedersehen

Nach einem Jahr kehrte der Kaiser in die Gegend zurück und besuchte den Wirt am Berge, ohne zu ahnen, dass es sich bei der Wirtstochter um seine eigene Tochter handelte. Ihr Herz bebte vor Angst, erkannt zu werden, doch sie blieb unerkannt. Sie bereitete dem Kaiser seine Lieblingsspeise, die nur sie so zubereiten konnte.

Die Offenbarung und die Vergebung

Als der Kaiser die Speise kostete, wurde ihm wehmütig ums Herz. Er erinnerte sich schmerzlich an seine verschwundene Tochter und war überzeugt, dass nur sie das Essen so hätte zubereiten können. In seiner Sehnsucht rief er aus, wo denn seine Tochter sei. In diesem Moment offenbarten sich die Liebenden dem Kaiser. Sie fielen ihm flehend zu Füßen und baten um Vergebung.

Ein Fürstenhaus, ein Land, ein Berg: Die geheimnisvolle Namensgebung Württembergs Untertuerkheim Lithografie Emminger 1860
Lithografie Emminger 1860

Ein glückliches Ende und ein neuer Anfang

Die Geschichte nahm eine glückliche Wendung, ähnlich der Sage von Karl dem Großen, Eginhard und Emma. Der Kaiser war überglücklich, seine Tochter lebend zu finden, und verzieh ihnen. Er schenkte seinem Schwiegersohn den gesamten Rothenberg und erhob ihn zu einem hohen Grafen. Der Graf sollte fortan den Namen „Wirt am Berg“ tragen.

Der Ursprung eines mächtigen Geschlechts

Auf dem Gipfel des Berges errichtete der Wirt am Berg eine stattliche Festung. Er wurde zum Begründer des württembergischen Stammes, einer Linie, die für ihre Stärke und ihren Einfluss bekannt wurde. Diese Sage, festgehalten von Ludwig Bechstein im Jahre 1853, ist nicht nur ein fesselndes Märchen, sondern auch ein bedeutender Teil der regionalen Geschichte und Kultur.

Ein Vermächtnis, das bis heute nachhallt

Die Sage vom Wirt am Berg ist mehr als nur eine Erzählung. Sie ist ein Symbol für die Kraft der Liebe, die alle gesellschaftlichen Schranken überwindet. Sie zeigt, wie aus einer verbotenen Liebe ein ganzes Königsgeschlecht entstehen kann. Diese Geschichte, tief verwurzelt in der deutschen Sagenwelt, ist ein lebendiges Beispiel dafür, wie Legenden und Mythen die Kultur und Geschichte einer Region prägen können.

Zwei Theorien, ein Name

Diese beiden Erklärungen – die sprachwissenschaftliche und die sagenhafte – bieten einen faszinierenden Einblick in die Komplexität und Vielschichtigkeit der Geschichte Württembergs. Während die sprachwissenschaftliche Theorie auf die keltischen Wurzeln der Region hinweist, erinnert die Sage an die romantische und dramatische Vergangenheit des Landes.

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Hier stand die ehemalige Stammburg Wirtemberg, die 1824 einer Grabkapelle für die Königin Katharina von Württemberg weichen musste. Nach der Sage wurde die Burg vom „Wirt am Berg“ erbaut.
Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Achim Mende

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Ein Name mit tiefen Wurzeln

Abschließend ist der Name Württemberg nicht nur ein geographischer Begriff, sondern auch ein Symbol für die reiche und vielfältige Geschichte der Region. Ob durch keltische Festungen oder durch die romantischen Geschichten von Grafen und Königen – der Name Württemberg trägt die Spuren einer faszinierenden Vergangenheit, die bis heute in der Kultur und im Herzen der Menschen lebendig ist.

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