Erholung nach Trump-Turbulenzen
Der Handelstag begann am Donnerstag mit einem freundlichen Auftakt für den Dax. Mit rund 24.890 Punkten notierte der Leitindex gegen 9:30 Uhr eine Zunahme von 1,4 Prozent im Vergleich zum Vortagesschluss. Chefmarktanalyst Jochen Stanzl von der Consorsbank kommentierte: „Die Trump-Volatilität ist zurück auf dem Frankfurter Parkett.“ Er ordnet die oft heftige Rhetorik des US-Präsidenten in ein bekanntes Muster ein: Auf extreme Formulierungen folgen demnach oft gemäßigtere Signale, die anfängliche Verluste schnell ausgleichen.
Stanzl zieht Parallelen zu ähnlichen Marktmechanismen vor gut einem Jahr, die ebenfalls für anfängliche Schwankungen und anschließende Erholungen sorgten. Er fügt jedoch hinzu, dass ein Goldpreis nahe 5.000 Dollar je Unze weiterhin eine hohe geopolitische Anspannung der Anleger verdeutliche.
Die jüngsten Einbrüche des Dax begründet Stanzl teilweise mit einem zuvor zu schnellen und steilen Anstieg, der bei kaum vorhandenen Absicherungen erfolgte. Solche Euphoriephasen könnten schon durch geringfügige Nachrichtenänderungen zu deutlichen Korrekturen führen. Der Markt sei nun „bereinigt“, die Frage sei, ob der gefestigte Ausbruch über die Marke von 25.000 Punkten nun nachhaltig gelinge.
OpenAI-IPO als möglicher Hype-Treiber
Ein weiteres Thema, das die Aufmerksamkeit der Anleger auf sich zieht, ist die mögliche Börsennotiz des KI-Unternehmens OpenAI. Eine neue Finanzierungsrunde lässt Spekulationen über eine Bewertung von über einer Billion US-Dollar aufkommen – ein Erfolg für das Unternehmen.
Dennoch stellen sich Experten und Investoren angesichts anhaltender KI-Ängste und wachsender Konkurrenz, etwa durch Googles Gemini, die Frage nach der Haltbarkeit einer derart hohen Bewertung. Stanzl sieht kurzfristig dennoch Potenzial für einen neuen Hype bei Privatanlegern im Umfeld eines möglichen OpenAI-Börsengangs, der insbesondere Tech-Aktien beflügeln könnte.
Währungs- und Rohstoffmärkte im Überblick
Die europäische Gemeinschaftswährung präsentierte sich am Donnerstagvormittag etwas fester. Der Euro wurde mit 1,1688 US-Dollar gehandelt.
Nach leichter Schwäche wurde Gold am Morgen mit 4.828 US-Dollar je Feinunze notiert, ein geringfügiger Rückgang um 0,1 Prozent.
Auch der Ölpreis zeigte sich im Sinken. Ein Fass Brent-Rohöl aus der Nordsee kostete gegen 9 Uhr deutscher Zeit 64,97 US-Dollar, 27 Cent oder 0,4 Prozent weniger als am Vortagesschluss.
