Der universelle Lebensretter
Das AB0-System mit den Blutgruppen A, B, AB und 0 sowie der Rhesusfaktor (positiv oder negativ) bestimmen, welches Blut ein Patient empfangen kann. Eine falsche Transfusion kann fatale Folgen haben. „Erhält ein Patient mit der Blutgruppe 0 Blut von einer Person mit Blutgruppe A, B oder AB, kann er innerhalb von Minuten sterben“, so die Experten. Die Blutgruppe 0 negativ ist hier die Ausnahme: Menschen mit dieser Blutgruppe gelten als Universalspender. Ihr Blut kann im Notfall Patienten aller anderen Blutgruppen transfundiert werden, was es in der Transfusionsmedizin extrem wertvoll macht – besonders wenn schnelles Handeln erforderlich ist und die Blutgruppe des Empfängers unbekannt ist.
Warum Blutspenden so wichtig sind
Blut ist mehr als nur rote Blutkörperchen. „Neben den roten Blutkörperchen befinden sich auch weiße Blutkörperchen der Immunabwehr darin, Nährstoffe und Salze, Thrombozyten und viele weitere Stoffe, die für die Blutgerinnung und die Wundheilung wichtig sind.“ Es ist ein komplexes System, das für Operationen, nach schweren Unfällen mit hohem Blutverlust, bei der Behandlung von Krebserkrankungen oder auch für Frühgeborene dringend benötigt wird.
Engpässe drohen – besonders im Sommer
Obwohl laut Bericht 47 Prozent der Menschen in Deutschland schon einmal Blut gespendet haben, sind es „nur drei Prozent der Bevölkerung, die wirklich regelmäßig spenden“. Da Blutkonserven nur etwa sechs Wochen haltbar sind, führt dies immer wieder zu Engpässen. Diese verschärfen sich oft in den Ferienzeiten im Sommer, wenn viele potenzielle Spender verreist sind.
Aktuelle Lage am 02.05.2025: Blutkonserven oft knapp
Wie schnell Engpässe entstehen können, zeigt die aktuelle Versorgungslage, die der DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg – Hessen regelmäßig veröffentlicht. Mit Stand vom 02. Mai 2025 wird der Vorrat für die Blutgruppen A negativ, 0 positiv und auch die besonders wertvolle Blutgruppe 0 negativ als „Niedrig“ eingestuft. Laut DRK bedeutet dies, dass der Vorrat abnimmt und Spenden in den nächsten Tagen dringend benötigt werden, um die Patientenversorgung sicherzustellen. Auch bei anderen Blutgruppen, die aktuell als „Hoch“ oder „Normal“ gelten, kann sich die Lage schnell ändern, da täglich rund 15.000 Blutspenden in Deutschland benötigt werden und die Vorräte begrenzt haltbar sind.
Warum Blut schnell knapp wird
Die Gründe für schwankende Vorräte sind vielfältig:
- Begrenzte Haltbarkeit: Blutprodukte können nicht lange gelagert werden, Blutplättchen beispielsweise oft nur wenige Tage.
- Schwankender Bedarf: Der Bedarf der Kliniken kann stark variieren, ebenso wie die Anzahl der täglichen Blutspenden.
- Ungleiche Verteilung: Blutgruppen sind in der Bevölkerung unterschiedlich häufig vertreten.
- Äußere Einflüsse: Unvorhersehbare Ereignisse, saisonale Effekte wie Ferien oder auch Krankheitswellen können die Spendenbereitschaft und den Bedarf beeinflussen.

Dies unterstreicht erneut, wie wichtig kontinuierliche und regelmäßige Blutspenden sind, um die Versorgung auch bei schwankender Nachfrage und trotz der kurzen Haltbarkeit der Blutkonserven jederzeit gewährleisten zu können.
Gut für andere – und vielleicht auch für sich selbst?
Eine Studie unter Beteiligung des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), des Stammzell-Forschungszentrums HI-STEM und des DRK-Blutspendedienstes legt nahe, dass regelmäßiges Spenden auch dem Spender nutzen könnte. Laut „Apotheken Umschau“ fanden die Forscher heraus: „Häufiges Blutspenden führt dazu, dass sich die eigene Bluterneuerung verbessert.“ Demnach beschleunige sich bei regelmäßigem Spenden die Neubildung von Blut. Ein erhöhtes Risiko für Blutkrebs oder andere Krankheiten wurde dabei nicht festgestellt. Der Bedarf an regelmäßigen Spenden bleibt also hoch, um die Versorgung sicherzustellen.
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