Bannmeile im Regierungsviertel im Gespräch

Union fordert schärfere Protestregeln am Regierungssitz

Union fordert schärfere Protestregeln am Regierungssitz

Polizeiabsperrung vor dem Bundeskanzleramt (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Nach anhaltenden und teils als aggressiv empfundenen Demonstrationen im Herzen Berlins hat die Union eine Verschärfung der Auflagen für Proteste gefordert. Stellvertretender Fraktionschef Günter Krings (CDU) signalisiert Offenheit für eine Bannmeile rund um Reichstag und Kanzleramt. Ziel sei es, die Arbeit von Parlament und Regierung vor gezielten Störungen zu schützen, ohne dabei das Demonstrationsrecht grundlegend einzuschränken.

Debatte über neue Protestzonen

Die Union zieht eine mögliche Bannmeile im Berliner Regierungsviertel in Betracht. Angesichts der jüngsten Proteste rund um Reichstag und Kanzleramt äußert sich der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Günter Krings (CDU) offen für solche Einschränkungen. Er betonte gegenüber der „Rheinischen Post“, dass es weiterhin möglich sein müsse, Demonstrationen „in Sichtweite der politischen Adressaten“ abzuhalten. Gleichzeitig müsse der Staat jedoch klare Grenzen ziehen können, wenn „gezielte Störungen, Blockaden oder Einschüchterung die Arbeit von Parlament und Regierung beeinträchtigen“.

Krings, der auch Rechtspolitiker ist, sieht die Notwendigkeit, die Schutzbereiche zu erweitern. Angesichts zunehmend aggressiver Protestformen stelle sich die Frage, ob der bisherige Schutz ausreicht. „Ich halte es deshalb für richtig, über strenge Anforderungen und eine Erweiterung der Schutzbereiche nachzudenken“, so Krings.

Bislang gibt es im Regierungsviertel keine formelle Bannmeile, sondern sogenannte befriedete Bezirke. Diese erlauben öffentliche Versammlungen grundsätzlich, solange die Tätigkeit der Verfassungsorgane nicht gestört wird. Eine solche Störung wird in der Regel für die sitzungsfreie Zeit des Bundestages angenommen.

Berichten zufolge gab es auch regierungsintern bereits Diskussionen über die Einführung einer Bannmeile. Die Debatte dürfte angesichts der anhaltenden Proteste weiter an Fahrt gewinnen.

Quelle
  • (Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt) Redaktionelle Bearbeitung: insideBW-Redaktion.

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