Mehr Verweigerer als im Vorjahr

Kriegsdienstverweigerung: Zahl der Anträge explodiert

Bundeswehr-Soldaten üben im Manöver (Archivbild), via dts Nachrichtenagentur

Die Zahl der Anträge auf Kriegsdienstverweigerung hat im ersten Quartal 2024 einen neuen Höchststand erreicht und übertrifft bereits die Gesamtzahl von 2023. Experten sehen darin eine Reaktion auf die angespannte weltpolitische Lage und die Debatte um eine mögliche Wiedereinführung der Wehrpflicht.

Mehr Anträge als erlaubt

Die Zahlen sprechen für sich: Allein in den ersten drei Monaten dieses Jahres stellten 2.656 Menschen einen Antrag auf Kriegsdienstverweigerung. Das ist mehr als im gesamten Vorjahr 2023, als 2.249 Anträge eingingen. Bis Ende des Jahres steuert die Zahl auf den höchsten Stand seit der Aussetzung der Wehrpflicht im Jahr 2011 zu.

Unsichere Zeiten

Im Jahr 2025 waren es insgesamt 3.879 Anträge. Aktuelle Zahlen aus dem ersten Quartal dieses Jahres lassen bereits befürchten, dass diese Marke bald überschritten werden könnte. Angesichts der geopolitischen Spannungen und der Diskussion um eine mögliche Rückkehr zur Wehrpflicht fühlen sich offenbar immer mehr junge Menschen berufen, ihren Gewissensgründen Ausdruck zu verleihen.

Auch Rücknahmen steigen

Parallel zu den Neuaufnahmen gibt es aber auch einen Anstieg bei denjenigen, die ihre bereits erfolgte Kriegsdienstverweigerung wieder zurücknehmen. Im vergangenen Jahr entschieden sich 781 Personen dafür, im ersten Quartal dieses Jahres waren es bereits 233. Die Gründe dafür sind vielfältig.

Das Recht auf Kriegsdienstverweigerung aus Gewissensgründen ist im Grundgesetz verankert. Anträge hierzu werden bei den Karrierecentern der Bundeswehr gestellt und an das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) weitergeleitet.

Quelle
  • (Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt) Redaktionelle Bearbeitung: insideBW-Redaktion.

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