Sparpläne belasten GKV-Versicherte

Klinikreform: SoVD kritisiert Bundesregierung scharf

Klinikreform: SoVD kritisiert Bundesregierung scharf

Krankenhaus (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Der Sozialverband Deutschland (SoVD) macht Druck auf die Bundesregierung kurz vor der erwarteten Verabschiedung der Gesundheitsreform. Verbandschefin Michaela Engelmeier kritisiert scharfe Sparmaßnahmen und warnt vor einer Teil-Abschaffung der Mitversicherung bei Ehepartnern. Auch die geplanten Kürzungen beim Krankengeld und Rentenpläne von Kanzler Merz stoßen auf vehementen Widerstand.

Schwerpunkte der Kritik

Die Pläne von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) zur Krankenhausreform stehen unter massiver Kritik des Sozialverbands Deutschland (SoVD). Michaela Engelmeier, Vorstandsvorsitzende des SoVD, bemängelt, dass die Regierung den größten Sparposten – die Finanzierung der Grundsicherung – nicht anpacke. Diese gesamtgesellschaftliche Aufgabe dürfe nicht allein von den Beitragszahlern der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) getragen werden.

Solidarprinzip in Gefahr?

Besonders scharf kritisiert Engelmeier die angedachte Teil-Abschaffung der beitragsfreien Mitversicherung von Ehepartnern. Dies sei ein Angriff auf das Solidarprinzip und würde besonders Familien mit niedrigeren und mittleren Einkommen belasten. Die Ausnahme für Kinder bis zu sieben Jahren sei lediglich eine Alibifunktion.

Ungleichbehandlung beim Krankengeld

Entsetzt zeigt sich der SoVD über die geplante Verkürzung des Krankengeldes. Engelmeier bezeichnet dies als höchst unsolidarisch. Private Versicherte und Beamte sollten weiterhin hohe Summen erhalten, während bei Kassenpatienten gespart werde. Der Verband fordert die Bundesregierung auf, in der Kabinettssitzung am Mittwoch die Notbremse zu ziehen.

Rentenpläne im Visier

Auch die Rentenpläne von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) geraten ins Fadenkreuz des SoVD. Engelmeier wirft dem Kanzler vor, die gesetzliche Rente unnötig schlechtzureden und damit Ängste bei Millionen von Menschen zu schüren. Die gesetzliche Rente sei deutlich besser als ihr Ruf.

Es sei inakzeptabel, dass Merz der Arbeit der Alterssicherungskommission vorgreife. Die Verlagerung auf den risikoreicheren Kapitalmarkt zur Alterssicherung lehnt der SoVD strikt ab. Die gesetzliche Rente sei für Millionen die wichtigste oder gar einzige Altersvorsorge und müsse gestärkt werden, unter anderem durch eine Anhebung des Rentenniveaus auf 53 Prozent.

Quelle
  • (Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt) Redaktionelle Bearbeitung: insideBW-Redaktion.

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