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Ringelhahns letzter großer Fall

„Tatort: Trotzdem“ heute im Ersten: Für Paula Ringelhahn endet dieser Fall anders als alle zuvor

Es ist ein alter Fall, der nie wirklich abgeschlossen war – und für Paula Ringelhahn wird er zugleich zum Abschied. Das Erste zeigt heute, am Sonntag, 23. August 2026, um 20.15 Uhr den Franken-„Tatort: Trotzdem“. Die Wiederholung aus dem Jahr 2024 erzählt von einem möglichen Justizirrtum, zwei Familien, die immer tiefer in eine Spirale aus Schuld und Rache geraten, und einem Felix Voss, der plötzlich erfährt, dass seine langjährige Kollegin aufhört.

„Tatort: Trotzdem“ heute im Ersten: Für Paula Ringelhahn endet dieser Fall anders als alle zuvor
Die Kommissare müssen in Nürnberg versuchen, eine Serie zu stoppen, die eine Spur der Zerstörung und des Todes zurücklässt. Zum zehnten Mal ermitteln Paula Ringelhahn (Dagmar Manzel) und Felix Voss (Fabian Hinrichs) gemeinsam mit Wanda Goldwasser (Eli Wasserscheid).
BR/Hager Moss Film GmbH/Bernd Schuller

„Tatort: Trotzdem“ läuft heute um 20.15 Uhr im Ersten

Für „Tatort“-Fans ist der Sonntagabend damit wieder fest verplant: „Trotzdem“ beginnt um 20.15 Uhr im Ersten und ist bis 21.45 Uhr angesetzt. Der eigentliche Film hat eine Länge von rund 88 Minuten. Es handelt sich allerdings nicht um eine neue Folge, sondern um eine Wiederholung des Franken-„Tatorts“, der erstmals am 6. Oktober 2024 ausgestrahlt wurde.

Foto: BR/Hager Moss Film GmbH/Bernd Schuller

Dass heute überhaupt wieder ein „Tatort“ auf dem gewohnten Sendeplatz läuft, dürfte manchen Zuschauer freuen. Noch am vergangenen Sonntag musste der Krimi Sportübertragungen weichen. Die reguläre Sommerpause ist allerdings noch nicht vollständig vorbei, weshalb Das Erste weiterhin auf Wiederholungen setzt.

Ein Toter im Gefängnis bringt einen alten Fall zurück

Im Mittelpunkt von „Trotzdem“ steht Lenni Kranz. Mehr als drei Jahre sitzt der junge Mann bereits im Gefängnis, nachdem er wegen des Totschlags an seiner Freundin Bettina Wölfel verurteilt wurde. Doch Zweifel an seiner Schuld gab es schon damals. Seine Schwestern Maria und Lisa sind fest davon überzeugt, dass der Falsche verurteilt wurde. Auch Dr. Kaiser, Chef der Nürnberger Polizei, ist sich angesichts der dünnen Beweislage bis heute nicht sicher, ob das damalige Urteil tatsächlich den Richtigen traf.

Dann nimmt sich Lenni im Gefängnis das Leben. Sein Tod trifft nicht nur seine Familie, sondern auch Mithäftlinge und Polizei. Für Maria und Lisa ist er zugleich der Punkt, an dem ihre jahrelange Hoffnung auf eine Wiederaufnahme des Verfahrens endgültig in Wut umschlägt. Paula Ringelhahn und Felix Voss sollen den alten Fall noch einmal überprüfen und stoßen dabei auf Hinweise, die Stephan Dellmann in den Fokus rücken. Sein damaliges Alibi könnte weniger belastbar gewesen sein, als zunächst angenommen.

Während Voss und Ringelhahn versuchen, mit kriminalistischen Mitteln herauszufinden, was wirklich mit Bettina geschah, wollen Lennis Schwestern nicht länger warten. Sie stellen Stephan zur Rede und verlangen Antworten. Die Situation gerät außer Kontrolle: Lisa stößt ihn im Affekt vom Balkon, Stephan stirbt. Damit beginnt eine Verkettung von Ereignissen, die weit in die Vergangenheit der Familie Dellmann zurückreicht.

Die entscheidende Frage ist nicht mehr: Wer war der Täter?

„Trotzdem“ geht an dieser Stelle einen anderen Weg als viele klassische „Tatort“-Folgen. Der Zuschauer erfährt, dass Stephan tatsächlich für Bettinas Tod verantwortlich war und seine Familie davon wusste. Stephan wollte sich stellen, doch sein Vater Karl Dellmann hielt ihn davon ab. Damit liegt die Spannung weniger in der Suche nach einem unbekannten Täter als in der Frage, welche Folgen die jahrelang verdrängte Schuld nun haben wird.

Foto: BR/Hager Moss Film GmbH/Bernd Schuller

Karl Dellmann trägt selbst eine schwere Vergangenheit mit sich herum. In seiner Jugend beging er einen Mord, verbüßte seine Strafe und baute sich danach ein neues Leben als erfolgreicher Geschäftsmann auf. Nach dem Tod seines Sohnes Stephan droht dieses Leben auseinanderzubrechen. Karl beauftragt Hans Drescher, einen Gewaltverbrecher, den er aus seiner Zeit im Gefängnis kennt, Lisa und Maria zu entführen. Auf Drängen seiner Frau Katja zieht er den Auftrag zwar wieder zurück, doch da haben Stephans Brüder Ben und Tim bereits eigene Pläne entwickelt.

Lisa und Maria werden unterdessen von Lisas Freund Maik, der einen Sicherheitsdienst führt, und dessen Mitarbeiter Charly beschützt. Als die verschiedenen Seiten aufeinandertreffen, eskaliert die Situation endgültig. Bei einer Schießerei sterben Ben, Tim, Maik und Charly. Drescher bringt die beiden Schwestern anschließend zu Karl und Katja Dellmann. Als die Polizei dort eintrifft, lässt er sich festnehmen, während Karl noch einmal zur Waffe greift und Lisa und Maria aus Rache erschießen will. Ringelhahn kann ihn schließlich davon abbringen.

Der Fall entwickelt sich damit zu einer Geschichte, in der eine falsche Entscheidung die nächste nach sich zieht. Schuld, Rache und die Frage nach persönlicher Verantwortung stehen stärker im Mittelpunkt als die klassische Ermittlungsarbeit. Genau darin liegt auch die düstere Grundstimmung des Films.

Foto: BR/Hager Moss Film GmbH/Bernd Schuller

Für Dagmar Manzel ist „Trotzdem“ ein besonderer Tatort

Neben dem eigentlichen Kriminalfall erzählt die Folge eine zweite Geschichte, die vor allem langjährige Zuschauer des Franken-Teams betrifft: Paula Ringelhahn geht in den Ruhestand. Für Felix Voss kommt die Nachricht völlig überraschend. Nach zehn gemeinsamen Fällen verliert er seine langjährige Kollegin, und ausgerechnet während eines ohnehin emotional aufgeladenen Einsatzes muss er damit umgehen, dass ihre gemeinsame Zeit endet.

Dagmar Manzel verabschiedete sich mit „Trotzdem“ nach rund einem Jahrzehnt auf eigenen Wunsch vom Franken-„Tatort“. Ihr Abschied fällt dabei auffallend zurückhaltend aus. Ringelhahn übergibt die Verantwortung an Voss, am Ende singt sie „The Sound of Silence“ von Simon & Garfunkel und verabschiedet sich von Felix mit den Worten „Mach’s gut, mein Großer“.

Die Musik passt zur fatalistischen Stimmung des Films, der auch an anderen Stellen auf Klassiker aus den 1960er-Jahren setzt. Gerade weil die Folge ihren Abschied nicht zum großen Spektakel macht, bekommt Ringelhahns letzter Auftritt eine eigene Wirkung.

Abschiede langjähriger Ermittler haben die „Tatort“-Reihe in den vergangenen Jahren mehrfach geprägt. Bei insideBW haben wir beispielsweise auch den Abschied von Borowski und das Ende einer weiteren „Tatort“-Ära beleuchtet.

Fast acht Millionen Menschen sahen Ringelhahns Abschied

„Trotzdem“ ist die 1275. Folge der gesamten „Tatort“-Reihe und zugleich der zehnte Franken-Einsatz mit Paula Ringelhahn und Felix Voss. Bei der Erstausstrahlung am 6. Oktober 2024 sahen 7,98 Millionen Menschen in Deutschland zu. Das Erste erreichte damit einen Marktanteil von 29,0 Prozent.

Gedreht wurde vom 29. August bis zum 28. September 2023 in Nürnberg und Umgebung. Die Dreharbeiten waren zuvor wegen des Todes der Produzentin Stephanie Heckner auf den Spätsommer 2023 verschoben worden. Produziert wurde der Film von Hager Moss Film im Auftrag des Bayerischen Rundfunks. Regie führten Max Färberböck und Danny Rosness, das Drehbuch stammt von Färberböck und Stefan Betz. Für Färberböck war es bereits der fünfte der insgesamt zehn Franken-Einsätze mit Ringelhahn.

Neben Dagmar Manzel als Paula Ringelhahn und Fabian Hinrichs als Felix Voss gehören unter anderem Eli Wasserscheid als Wanda Goldwasser, Stefan Merki als Dr. Kaiser, Fritz Karl als Karl Dellmann, Ursina Lardi als Katja Dellmann, Mercedes Müller als Lisa Kranz und Anne Haug als Maria Kranz zur Besetzung. Weitere Rollen spielen Gerhard Liebmann, Ben Münchow, Justus Johanssen und Maja Beckmann.

Auch die Reaktionen auf den Film fielen nicht vollkommen einheitlich aus. Besonders hervorgehoben wurden Dagmar Manzels letzter Auftritt, das Ensemble und die düstere Inszenierung. TV Spielfilm fasste die Wirkung der Geschichte mit den Worten „Tickende Zeitbomben in einem teuflischen Dominospiel“ zusammen. Dort wird für die Folge zudem eine IMDb-Bewertung von 5,7 von 10 Punkten angegeben.

Wer in der Sommerpause weitere ältere Fälle nachholen möchte, findet bei insideBW unter anderem Hintergründe zum Dresdner „Tatort: Was ihr nicht seht“ sowie zum Stuttgarter „Tatort: Vergebung“.

Foto: BR/Hager Moss Film GmbH/Bernd Schuller

Wann laufen die nächsten „Tatort“-Folgen?

Nach „Trotzdem“ geht es am kommenden Sonntag zunächst mit einer weiteren Wiederholung weiter. Am 30. August 2026 um 20.15 Uhr läuft „Tatort: Gold“ aus Ludwigshafen. Der Fall mit Lena Odenthal stammt aus dem Jahr 2023.

Eine Woche später folgt der nächste Sonntagskrimi: Am 6. September 2026 um 20.15 Uhr zeigt Das Erste „Tatort: Das Ende der Nacht“ aus Saarbrücken. Diese Folge wurde erstmals 2025 ausgestrahlt. Damit bleibt die ARD zunächst bei bereits gezeigten Fällen, bevor nach der Sommerpause wieder neue Sonntagskrimis folgen.

Für heute steht jedoch noch einmal Nürnberg im Mittelpunkt. „Trotzdem“ ist zwar eine Wiederholung, hat innerhalb des Franken-„Tatorts“ aber eine besondere Stellung: Es ist der letzte gemeinsame Fall von Paula Ringelhahn und Felix Voss und damit das Ende einer Zusammenarbeit, die die Nürnberger Ausgaben der Krimireihe rund zehn Jahre geprägt hat.

„Tatort: Trotzdem“ läuft heute, Sonntag, 23. August 2026, von 20.15 bis 21.45 Uhr im Ersten.

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