Zum Hauptinhalt springen

Feuer fordert die Ortenau

Waldbrände im Schwarzwald: Häuser evakuiert – mehr als 700 Einsatzkräfte kämpfen gegen die Flammen

Waldbrände im Schwarzwald: Häuser evakuiert – mehr als 700 Einsatzkräfte kämpfen gegen die Flammen

Die Serie von Waldbränden im Ortenaukreis reißt nicht ab. In der Nacht auf Mittwoch brach in Gengenbach-Schwaibach ein weiteres Feuer aus und kam Wohnhäusern gefährlich nahe. Bewohner mussten vorsorglich ihre Häuser verlassen. Während dieser Brand inzwischen unter Kontrolle ist, dauern die Löscharbeiten bei Zell am Harmersbach und Biberach weiter an. Rund 20 Hektar sind dort betroffen.

Waldbrände im Schwarzwald: Häuser evakuiert – mehr als 700 Einsatzkräfte kämpfen gegen die Flammen

Anzeige

Mitten in der Nacht: Feuer bedroht Häuser in Gengenbach

Für die Bewohner von Gengenbach-Schwaibach wurde die Nacht auf Mittwoch, 12. August 2026, plötzlich zum Albtraum. An einem Steilhang brach ein weiterer Wald- und Vegetationsbrand aus.

Nach Angaben des Ortenauer Kreisbrandmeisters Bernhard Frei liefen die Flammen von einer Straße aus zunächst in die angrenzende Vegetation und anschließend den Hang hinauf. Dabei kamen sie Wohnhäusern gefährlich nahe.

Die Feuerwehr rückte mit einem größeren Aufgebot an und konzentrierte ihre Kräfte darauf, ein Übergreifen der Flammen auf die Gebäude zu verhindern.

„Aufgrund der unmittelbaren Nähe der Flammen zu den Wohnhäusern wurden die Bewohner vorsorglich aus den Gebäuden evakuiert“, sagte Frei.

Erste Berichte sprachen von zwei bedrohten Wohnhäusern. Nach späteren Angaben der Polizei, die der SWR verbreitete, wurde ein Wohnhaus vorübergehend evakuiert. Die Bewohner konnten anschließend wieder zurückkehren.

Rund 2.500 Quadratmeter Vegetation brennen

Nach Polizeiangaben brannten in Schwaibach Sträucher und Bäume auf einer Fläche von rund 2.500 Quadratmetern.

Die Feuerwehr bekam diesen Brand vergleichsweise schnell unter Kontrolle. Entscheidend war dabei auch, dass das Feuer von mehreren Seiten bekämpft wurde.

Die Bedingungen vor Ort waren dennoch schwierig. Die trockene Vegetation begünstigte die Ausbreitung, gleichzeitig erschwerte die steile Hanglage die Löscharbeiten.

Unterstützung erhielten die Feuerwehren von Landwirten. Sie halfen mit ihren Fahrzeugen und Wasser dabei, die Einsatzkräfte zu versorgen.

Doch der Großeinsatz in der Ortenau geht weiter

Der Brand in Gengenbach ist nicht der einzige, der die Feuerwehren in der Region fordert.

Bereits seit Dienstag kämpfen Einsatzkräfte gegen Waldbrände im Bereich Zell am Harmersbach, Biberach und Steinach. Noch am Mittwochmorgen waren die Arbeiten nicht beendet.

Die Lage hat sich inzwischen zwar stabilisiert, doch von einem Ende des Einsatzes kann noch keine Rede sein.

Nach Angaben der Polizei ist das Feuer zwischen Zell am Harmersbach und Biberach inzwischen unter Kontrolle. Die Löscharbeiten sollen jedoch mindestens den Mittwoch über weitergehen.

Insgesamt sind mittlerweile rund 20 Hektar Fläche betroffen.

Mehr als 700 Einsatzkräfte im Kampf gegen das Feuer

Das Ausmaß des Einsatzes ist enorm: Mehr als 700 Kräfte waren mit der Brandbekämpfung beschäftigt.

Neben zahlreichen Feuerwehren waren weitere Hilfsorganisationen und Einsatzkräfte beteiligt. Auch Landwirte unterstützten die Löscharbeiten.

Vor allem das Gelände stellt die Helfer vor große Probleme. Teile der Brandflächen liegen an steilen Hängen und sind nur schwer erreichbar.

Bereits in der Nacht hatte Kreisbrandmeister Frei erklärt, dass die Wasserversorgung eine besondere Herausforderung sei. Löschwasser musste teilweise etwa 300 Meter den Hang hinauf transportiert werden.

Für die Einsatzkräfte bedeutet das schwere Arbeit unter schwierigen Bedingungen.

L94 bleibt wegen Löscharbeiten gesperrt

Die Auswirkungen sind auch für den Verkehr weiterhin spürbar.

Die Landesstraße L94 bleibt im betroffenen Bereich wegen der Löscharbeiten gesperrt. Einsatzfahrzeuge benötigen die Zufahrten, um Personal, Material und Wasser an die Brandstellen zu bringen.

Für die Gemeinden Steinach und Zell am Harmersbach war zudem weiterhin eine Gefahreninformation der Integrierten Leitstelle Ortenau ausgegeben worden.

Die Bevölkerung wurde aufgefordert, die betroffenen Gebiete zu meiden und insbesondere die Zufahrten zu den Einsatzstellen freizuhalten.

Feuerwehr muss noch Tage mit Glutnestern rechnen

Auch wenn die Flammen vielerorts unter Kontrolle sind, ist die Gefahr damit nicht automatisch vorbei.

Kreisbrandmeister Bernhard Frei hatte erklärt, dass die Maßnahmen an den größeren Brandstellen noch ein bis zwei Tage dauern könnten. Gerade im Waldboden können Glutnester weiterbestehen und erneut aufflammen.

Zeitweise stiegen weiterhin Rauchschwaden aus den betroffenen Waldstücken auf. Bereits am Dienstag hatte die Polizei einen Hubschrauber eingesetzt. Dieser unterstützte die Einsatzkräfte und sollte zugleich prüfen, ob sich noch Wanderer oder Sportler in gefährdeten Gebieten befanden.

Landrat dankt Feuerwehr und Landwirten

Die Vielzahl der Brände bringt die Feuerwehren im Ortenaukreis derzeit an ihre Belastungsgrenze.

Auch Landrat Thorsten Erny machte sich vor Ort ein Bild von der Situation. Er dankte den Feuerwehren und den Landwirten, die bei der Wasserversorgung und den Löscharbeiten unterstützen.

Angesichts der Vielzahl der Einsätze sagte Erny, die Helfer würden derzeit „Unmenschliches leisten“.

Kreisbrandmeister Frei appellierte gleichzeitig eindringlich an die Bevölkerung, wegen der anhaltenden Trockenheit besonders vorsichtig zu sein. Brennende Gegenstände dürften keinesfalls in die Vegetation geworfen werden. Unter den derzeitigen Bedingungen könnten schon kleine Zündquellen einen größeren Brand auslösen.

Für die Menschen in Schwaibach gibt es zumindest zunächst Entwarnung: Der dort in der Nacht ausgebrochene Brand wurde schnell unter Kontrolle gebracht und die evakuierten Bewohner konnten wieder in ihre Häuser zurückkehren.

In Zell am Harmersbach und im Raum Biberach dagegen geht der Kampf gegen Glut und Feuer weiter.

Quellen: Polizei, SWR, Ortenauer Kreisbrandmeister Bernhard Frei, Schwarzwälder Bote, Angaben vom 11. und 12. August 2026.

Die wichtigsten Baden-Württemberg-News zuerst

Bleiben Sie bei Nachrichten, Wetter, Verkehr, Verbraucherthemen und Freizeittipps aus Baden-Württemberg auf dem Laufenden. Legen Sie InsideBW als bevorzugte Quelle bei Google fest und sehen Sie unsere Inhalte künftig häufiger in den Google-Nachrichten.

InsideBW.de bei Google als bevorzugte Quelle festlegen

Quellen:
Polizei, SWR, Ortenauer Kreisbrandmeister Bernhard Frei, Schwarzwälder Bote, Angaben vom 11. und 12. August 2026.

Quellen und Methodik:
insideBW prüft Informationen nach redaktionellen Standards. Mehr über unsere Arbeitsweise erfahren Sie unter Quellen & Methodik.

[taxopress_relatedposts id="1"]